Marsch für das Leben

Terrisa Bukovinac: „Wir müssen bereit sein, die Regeln zu brechen“

Eine bessere Gesellschaft lässt sich nicht auf einem Haufen toter Babys aufbauen, meint die US-Lebensrechtlerin Terrisa Bukovinac, die auch als Gast beim diesjährigen „Marsch für das Leben“ in Berlin sprach, im Interview mit der „Tagespost“.
Engagiert gegen Abtreibung, Terrisa Bukovinac
| Engagiert gegen Abtreibung, auch beim Marsch für das Leben in Berlin: Terrisa Bukovinac.

Frau Bukovinac, Sie sind Gründerin von „Pro Life San Francisco“ und unterstützen die demokratische Partei. Sie beschreiben sich als progressive Atheistin. Für Europäer ist das eine außergewöhnliche Mixtur. Bitte, erklären Sie uns, was Sie veranlasst, sich für das Lebensrecht ungeborener Menschen einzusetzen?

Terrisa Bukovinac: Auch in den Vereinigten Staaten ist das eher ungewöhnlich, oder scheint ungewöhnlich zu sein. Menschen, die politisch links stehen und für das Leben sind, verstecken sich, sie werden nicht gesehen, aber wir wissen aus Statistiken, dass es sie gibt. Aber sie haben sich aus Scham zum Schweigen bringen lassen. Sie haben Angst, dass sie, wenn sie sich als Lebensbefürworter zu erkennen geben, als rechtsgerichtete religiöse Menschen oder als Rechtsextremisten abgestempelt werden und deshalb sagen sie nichts. Und das ist einer der Hauptgründe, warum ich versuche, mich in der Pro-Life-Bewegung sichtbar zu machen. Ich möchte, dass andere sehen, dass es dort auch Menschen wie sie gibt. Ich war die meiste Zeit meines Lebens Pro-Choice, ich war auch Christ, ich war im Vorstand einer lutherischen Kirche. Anfang zwanzig verlor ich jedoch zunehmend meinen Glauben. Das veranlasste mich, meinen gesamten moralischen Kompass zu überdenken. Ich war sehr empfindlich, wenn es um Tierrechte ging. Ich diskutierte mit Leuten online über Tierrechte und sie sagten: Ich bin sicher, du bist mit Abtreibung einverstanden, oder? Und ich dachte: Eigentlich glaube ich nicht, dass ich das bin. Ich hatte Fotos und Bilder von Abtreibungsopfern gesehen und ein schlechtes Gefühl bei der Sache. Aber ich habe mich so sehr mit der Linken identifiziert, dass ich es einfach verschwieg. Erst als ich eine Gruppe namens „Secular Pro Life“ im Internet fand – heute bin ich deren Vizepräsidentin –, dachte ich: Das bin ich. Ich bin säkular für das Leben. Und es gibt da draußen noch andere wie mich. Und das hat mir den Mut gegeben, nach vorne zu gehen und es offen zu sagen. Allerdings erst als Donald Trump für das Amt des US-Präsidenten kandidierte. Ich lebte damals in San Francisco. Ich bin Atheistin und dachte, es ist unmöglich, dass jemand wie Trump diese Gemeinde beeinflusst. Also gründete ich Pro Life San Francisco. Sie ist bis heute die aktivste Pro-Life-Gruppe im ganzen Land. Die Leute dachten, das würde in San Francisco nie funktionieren, aber das tat es. Jetzt hat die Organisation einen anderen Geschäftsführer. Auch er ist ein Linker und Atheist. Und sie wächst weiter.

Eine Weile waren Sie Vorsitzende der „democrats for life“. Wie beurteilen sie die Abtreibungspolitik von US-Präsident Joe Biden? Aus deutscher Sicht wirkt sie radikaler als jemals zuvor? Was denken Sie?

Ich stimme völlig zu. Es ist eine traurige Ironie, dass Joe Biden einst ein lebensbejahender Demokrat war. Und es Pro Life-Republikaner wie Rockefeller waren, die eine Abtreibungsrechtskampagne in New York und im ganzen Land unterstützten. Die Demokratische Partei scheint heute in der Abtreibungsfrage so extrem wie nie zuvor. Aber das ist eine verzerrte Darstellung. Die Administration von Joe Biden repräsentiert nicht die große Mehrheit der Demokraten. Und das zeigt, dass es eine giftige Beziehung zwischen der Abtreibungsindustrie und der Partei gibt. Diese Beziehung kann geschwächt werden und mehr noch, sie kann zerstört werden. Aber, die einzigen, die dazu in der Lage sind, sind Leute innerhalb der demokratischen Partei. Und die Einzigen, die Einfluss auf die Demokraten haben, sind die Progressiven. Und deshalb ist es für mich so wichtig, einen Raum für Progressive zu schaffen, um sich in der Bewegung zu engagieren, um sichtbar zu sein und letztendlich Druck auf die demokratische Partei auszuüben, damit sie ihre Beziehung zur Abtreibungsindustrie aufgibt. Ich denke, es ist wichtig, dass Menschen verstehen, dass ich das Programm der demokratischen Partei zur Abtreibung nicht unterstütze. Ich unterstütze keine Pro-Choice-Kandidaten, niemanden, der ungeborene Menschen tödlich diskriminiert.

Vergangenes Jahr haben Sie die Organisation „Progressiv Anti-Abortion Uprising“ (PAAU) gestartet. Erzählen Sie uns bitte von den Erfolgen, die sie erreicht haben und von den Schwierigkeiten, auf die Sie gestoßen sind.

Es war ein wildes Jahr. Ich habe vierzig Organisatoren im ganzen Land aufgebaut, was für das erste Jahr eine ganze Menge ist. Sie kommen aus progressiven Kreisen, aber wir bilden sie aus, damit sie sich an gewaltfreien Aktionen beteiligen und einen Schritt weitergehen, als nur für das Leben zu sein. Wir stellen uns mit unserem Körper zwischen die Unterdrücker und die Unterdrückten. Zwischen einen Mörder und ein Baby. Für viele junge Menschen ist das wirklich aufregend, denn sie besinnen sich auf die Wurzeln der amerikanischen Pro-Life-Bewegung, die im zivilen Ungehorsam, in der gewaltfreien direkten Aktion und in der Operation Rescue liegen, die in den achtziger und neunziger Jahren sehr prominent war und aus der die Pro-Life-Bewegung hervorging, die wir heute in den USA sehen. Sie mobilisierte Tausende von Menschen zu direkten Aktionen an den Orten, an denen das Töten stattfand und während das Töten stattfand. Es gab über 75.000 Verhaftungen. Dies ist eine Art verborgene Geschichte unserer Bewegung, über die wir in den USA nicht oft sprechen. Aber junge Menschen sehnen sich nach Gerechtigkeit, sie wollen dafür kämpfen, sie wollen sich direkt engagieren, und das führt immer mehr Menschen in die Bewegung. Seitdem haben wir mehrere „Rettungsaktionen“ durchgeführt, d. h. wir haben die Grundstücksgrenzen von Abtreibungsbetrieben physisch ignoriert. Wir gehen hinein, helfen den Müttern, schenken ihnen Rosen und bieten ihnen Unterstützung an, was sehr effektiv ist. Wir haben auf diese Weise im letzten Jahr viele Babys gerettet. Im März sind wir verhaftet worden. Aber wir haben uns gegen einen Unterdrücker erhoben, der weltweit eine Milliarde Menschen getötet hat. Uns geht es nicht darum, nett zu sein und die Herzen und Köpfe zu verändern. Uns geht es darum, die Menschen zum Handeln zu ermutigen. Wir haben in Seattle eine Gefriertruhe voller toter Babys gefunden. Und später im März erhielten mein Kollege und ich Zugang zu einer medizinischen Abfallbox, in der sich die Körper von 115 toten Babys befanden. Fünf von ihnen waren nach der 30. Schwangerschaftswoche abgetrieben worden. Drei von ihnen waren ganz, die beiden anderen waren völlig zerstückelt, in zwei Hälften gerissen. Das ist das Schrecklichste, was ich je in meinem Leben erlebt habe. Ich wusste immer, dass es Abtreibung gibt, aber dieses Erlebnis hat mich extrem traumatisiert. Inzwischen haben Millionen von Menschen die Fotos dieser Kinder gesehen, die einem Mörder zum Opfer gefallen waren. Und das war, bevor das Urteil Roe vs. Wade des Obersten Gerichtshofs geleakt worden war. Wir gehen davon aus, dass es eine gewisse Wirkung auf die Richter hatte, als sie diese Bilder sahen, denn wir fanden diese Kiste direkt in Washington, wo ich inzwischen ansässig bin. Und dann haben wir Roe vs. Wade gekippt. Ein paar Monate später saßen einige von uns in Alexandria wegen einer Rettungsaktion im Gefängnis. Wir tun also Dinge, die in der jüngeren Generation nicht getan wurden, die in meiner Generation nicht getan wurden, die niemand in den USA gesehen hat, der unter fünfzig ist. Wir lassen Taktiken wieder aufleben, von denen wir wissen, dass sie entscheidend sind, um die Bewegung für soziale Gerechtigkeit zu gewinnen, und wir tun dies aus einem progressiven Blickwinkel heraus. Wir sagen: Seht her, es spielt keine Rolle, ob ihr gläubig, links oder rechts seid. Abtreibung ist Mord. Es liegt in der Verantwortung jedes einzelnen Mitglieds der Gesellschaft, sich zu engagieren und sie zu verhindern.

Nun ist Roe vs. Wade Geschichte. Das Urteil des Supreme Courts hat die Abtreibungslobby hart getroffen, weltweit. Ein Beispiel: Als direkte Gegenreaktion forderte das Europäische Parlament, Abtreibung zu einem Menschenrecht erklären. Wie nehmen Sie den Konflikt in den USA wahr?

Die Lage ist im Moment sehr angespannt. Die Tatsache, dass es passiert ist, hat uns im positiven Sinne geschockt. Aber ich habe immer gewusst, dass das passieren würde und dass die andere Seite dann in einer Weise mobil machen würde, wie sie es noch nie getan hat. Viele meiner Freunde sagen: „Oh, du bist für das Leben, das ist ja nett.“ Aber wenn man etwas erreicht, dann ist man plötzlich eine Bedrohung. Wir haben einen großen Berg zu erklimmen. Ich würde lügen, wenn ich nicht sagen würde, dass es manchmal entmutigend ist, dass wir manchmal denken, wir werden nicht in der Lage sein, den Einfluss der Abtreibungsindustrie und der Medien auf das Narrativ zu durchbrechen. Aber dann denke ich an die Bewegungen für soziale Gerechtigkeit in der Vergangenheit und wie oft die Chancen gegen sie standen. Und dann erinnere ich mich daran, dass die Chancen zu unseren Gunsten stehen. Die Wahrheit wird sich durchsetzen, wir werden in der Lage sein, genügend Menschen zu mobilisieren, um die Wahrheit ans Licht zu bringen, und künftige Generationen werden dieses Narrativ ändern und so vielen Babys das Leben retten. Ich habe viel Hoffnung, auch als Atheistin, aber es ist beängstigend. Ich weiß nicht, wie es ausgehen wird, aber ich weiß, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt, einen Diktator wie diesen zu stürzen. Gewaltsame Kriegsführung ist keine Option, weil sie das Gegenteil von allem ist, was wir als Befürworter predigen und woran wir glauben. Aber auch, weil es nicht so effektiv ist wie gewaltfreie direkte Aktion und Mobilmachung. Das ist der Schlüssel zum Sieg, und deshalb mache ich weiter mit dem, was ich tue.

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Der Republikaner Lindsey Graham hat einen Gesetzentwurf in den Senat eingebracht, der Abtreibungen in den USA bundesweit nur noch bis zur 15. Schwangerschaftswoche erlauben würde. Für einen Europäer ist das keine große Sache, denn die meisten Staaten in Europa erlauben vorgeburtliche Kindstötungen bis zu dieser Frist. In den USA scheint Grahams Vorschlag aber eine Sensation zu sein, oder?

Ja, in den USA ist das eine große Sache, definitiv. Seit Roe vs. Wade war die Abtreibung bis zur Geburt legal. Und in mehreren Bundesstaaten – ich glaube, in sieben – kann man bis heute bis zur Geburt elektiv abtreiben. Jedes Mal, wenn man der Abtreibungsindustrie Macht wegnimmt – und ein Verbot nach der 15. Schwangerschaftswoche würde ihr enorm viel nehmen – ist das für sie beängstigend. Also werden sie mit Zähnen und Klauen kämpfen, um jedes Rädchen ihrer geldbringenden Industrie am Laufen zu halten. Es geht nur um Geld. Die Lüge, die sie zu erzählen bereit sind, um ein Verbot ab der 15. Woche als etwas Schreckliches erscheinen zu lassen, besteht darin, dass sie sagen: Abtreibungen im dritten Trimester würden nie auf Wunsch vorgenommen, sondern immer aus medizinischen Gründen. Das ist absolut nicht der Fall. Alle Statistiken, auch die des Guttmacher-Instituts, zeigen, dass die Gründe genau die gleichen sind wie bei Abtreibungen im ersten und zweiten Trimester. Die überwiegende Mehrheit dieser Schwangerschaftsabbrüche sind freiwillige, geplante Abtreibungen. Meine Freundin Monica Schneider war undercover in der Abtreibungsklinik, in der ich die Babys gefunden hatte. Sie war in der 28. Woche schwanger, und die Ärzte hatten kein Problem damit, ihr die Tötung ihres Babys anzubieten. Zu keinem Zeitpunkt haben sie sie gefragt, ob dies die richtige Entscheidung für sie sei, und das obwohl sie weinte. Sie hat übrigens geweint, weil sie so entsetzt war über die Situation. Sie wusste, dass die Mütter, die sie dort sah, diesen Ort nicht wohlauf und mit ihren Babys verlassen würden. In den USA gibt es keine Bemühungen, Abtreibungen einzuschränken, sondern es geht nur um die Ausweitung von Abtreibungen. Sie glauben, wenn sie die Abtreibungsrate verdoppeln können, würde das eine bessere Gesellschaft schaffen. Das ist unmöglich. Man kann eine bessere Gesellschaft nicht auf einem Haufen toter Babys aufbauen. Und diesen Haufen doppelt so groß zu machen, wird erst recht nicht helfen.

Im November stehen mit den „Midterms“ Kongresswahlen an. Was erwarten Sie, wer hat am Ende die Nase vorn?

Ich habe mich buchstäblich in allem geirrt. Ich dachte, Trump würde niemals nominiert werden. Ich dachte er würde niemals Präsident werden und niemals Roe vs. Wade aufheben. Ich weiß es nicht. Wenn die Republikaner den Senat zurückerobern, wird es zu den von uns gefundenen Babys, Anhörungen geben. Ich kann nicht so tun, als ob mir das nichts bedeuten würde. Ich brauche Gerechtigkeit für diese Kinder. Ich habe diese Babys mit meinen eigenen Händen gehalten. Ich habe ihre zerstückelten Körper gesehen. Und alles in mir verlangt nach Gerechtigkeit für sie. Aber natürlich bin ich keine Konservative, und wenn ich sehe, dass der Senat wieder konservativ wird, dann macht mir das Sorgen. Es ist nicht leicht, in einer solchen Position zu sein. Aber dieses Thema geht über links und rechts hinaus, es geht über politische Fragen hinaus. Es handelt sich um einen regelrechten Völkermord. Es geht um etwas, bei dem jeder seine politische Einstellung beiseite lassen muss, um sich für die Babys und ihre Rechte einzusetzen. Und ich denke, dass wir am Ende des Tages alles tun müssen, um das Gemetzel zu beenden.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Mehrheit der in den Medien arbeitenden Menschen selbst als progressive Atheistin beschreiben würden, so wie Sie sich auch. Würden Sie sagen, das macht es für Sie einfacher, Pro-Life-Überzeugungen zu verbreiten?

Auf jeden Fall. Ich habe viel darüber geforscht, was nötig ist, um den Bestätigungsfehler, den viele Menschen machen, überwinden zu können. Diese Form des unbewussten Selbstbetrugs verzerrt die Wahrnehmung und blendet andere Ansichten aus. Um ihn zu überwinden, muss man die neue Idee so nah wie möglich an die alte Idee heranführen, sonst wird die Neigung der Menschen ausgelöst, sich selbst zu bestätigen. Ich habe Studien gesehen, in denen Menschen mit Fakten konfrontiert wurden, die ihren bereits vorgefassten Meinungen widersprechen. Und sobald man ihnen Fakten vorlegte, war die Wahrscheinlichkeit, dass sie die eigene Position in Frage stellen, noch geringer. Wenn ich mich jemandem vorstelle, der Linker und Atheist ist, und über Fragen des Lebensschutzes spreche, brauche ich nicht einmal andere Argumente zu verwenden als andere Lebensschutzbefürworter. Sie werden aber ganz anders aufgenommen und die Leute behaupten sogar, diese Argumente noch nie gehört zu haben. In Wirklichkeit haben sie das. Sie haben es nur noch nie von jemandem gehört, mit dem sie sich identifizieren können. So war es auch bei mir, als ich zum ersten Mal auf säkulare Lebensrechtler stieß. Es hat mir geholfen, und es wird auch anderen Menschen helfen. Deshalb mache ich weiter. Manche meinen, man müsse nicht jedem sagen, dass man progressiv sei. „Das wird dich in der Pro-Life-Bewegung nicht populär machen“, hat man mir gesagt. Aber ich mache das nicht, um in der Pro-Life-Bewegung beliebt zu sein. Ich tue es, um die Welt zu verändern. Und ich glaube nicht, dass uns das gelingt, wenn ich nicht auch sagen kann: Schaut mal, diese Idee ist die gleiche wie eure, aber ich bin konsequent. Ich schütze die Marginalisierten in allen Phasen. Ich schränke die Macht des Kapitalismus ein. Ich versuche, den Menschen, die ausgebeutet werden, eine Stimme zu geben. Und denen, die linke Werte vertreten. Karl Marx hat gesagt: „Jeder nach seinen Bedürfnissen, von jedem nach seinen Fähigkeiten.“ Und das soll nicht zur pro life-Bewegung passen? Es gibt nichts, was von Natur aus konservativ, links oder rechts ist, wenn man gegen Abtreibung ist. Es ist und sollte universell sein.

Aus Ihrer Sicht: Was braucht die Lebensrechtsbewegung um erfolgreicher als bislang zu werden?

Zwei Dinge. Wir müssen nicht-traditionelle Pro Lifer wie mich sichtbarer machen. Ich bin dem „Marsch für das Leben“ in Berlin so dankbar, dass er dies ermöglicht hat. Die Leute werden darüber lesen und sagen: Oh, man muss nicht religiös und konservativ sein, um für das Leben zu sein. Das wird eine Wirkung haben. Die andere Sache, die für den Sieg absolut entscheidend ist, ist unsere Fähigkeit, Menschen für direkte Aktionen zu mobilisieren. Zu erkennen, dass es in unseren Gemeinden und auf der ganzen Welt Tötungszentren gibt, dorthin zu gehen, Risiken einzugehen, Sanktionen zu riskieren, unsere Ängste zu überwinden. Jede größere Bewegung für soziale Gerechtigkeit in der Geschichte der Welt musste sich manchmal sehr extremen Umständen stellen. Ich bin sicher, Sie kennen Sophie Scholl und Ghandi, der mehrmals ins Gefängnis kam und Martin Luther King, der ermordet wurde. Ich denke, die Risiken, die wir eingehen, sind nicht so schlimm. Die meisten von uns riskieren nicht den Tod, aber wir müssen bereit sein, ins Gefängnis zu gehen. Wir müssen bereit sein, die Regeln zu brechen. Wir müssen bereit sein, zu sagen: Dies ist ein ungerechtes Gesetz. Ich werde eure Grundstücksgrenzen nicht respektieren, wenn eure Grundstücksgrenzen Mörder schützen.

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