Papst Leo XIV. hat in seiner Ansprache an die beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomaten auch auf die Bedeutung des Schutzes des Rechts auf Leben hingewiesen. Laut der vom Vatikan verbreiteten deutschen Übersetzung der erstmalig auf Englisch gehaltenen Ansprache an das Diplomatische Corps sagte der Papst: Es müsse „nachdrücklich betont werden, dass der Schutz des Rechts auf Leben die unverzichtbare Grundlage für alle anderen Menschenrechte bildet. Eine Gesellschaft ist nur dann gesund und fortgeschritten, wenn sie die Heiligkeit des menschlichen Lebens schützt und sich aktiv für dessen Förderung einsetzt.“
Heute werde jedoch „das Recht auf Meinungsfreiheit, auf Gewissensfreiheit, auf Religionsfreiheit und sogar auf Leben im Namen anderer sogenannter neuer Rechte eingeschränkt, was dazu führt, dass das System der Menschenrechte selbst an Kraft verliert und Raum für Gewalt und Unterdrückung öffnet.“ Dies geschehe immer dann, „wenn jedes einzelne Recht selbstreferenziell wird und insbesondere dann, wenn es seine Verbindung mit der Wirklichkeit der Dinge, mit deren Natur und mit der Wahrheit verliert“, so der Papst.
Vorrangiges Ziel: „Schutz eines jeden ungeborenen Kindes“
Das Leben sei ein „Geschenk, das es zu bewahren“ gelte. Die „Familie als seine verantwortliche Hüterin“, habe die Pflicht zur „kategorischen Ablehnung von Praktiken, die den Ursprung des Lebens und seine Entwicklung“ verhinderten oder instrumentalisierten. „Dazu gehört die Abtreibung, die ein werdendes Leben beendet und die Annahme des Geschenks des Lebens verweigert“, so der Papst. In diesem Sinne äußere der Heilige Stuhl seine „tiefe Besorgnis über Projekte zur Finanzierung der grenzüberschreitenden Mobilität zwecks Zugangs zum sogenannten ,Recht auf sichere Abtreibung‘ und hält es für beklagenswert, dass öffentliche Mittel für die Vernichtung von Leben verwendet werden, statt in die Unterstützung von Müttern und Familien investiert zu werden“. Vorrangiges Ziel müsse „weiterhin der Schutz eines jeden ungeborenen Kindes und die wirksame und konkrete Unterstützung einer jeden Frau sein, damit sie das Leben annehmen kann“, so Leo XIV.
Auch auf Leihmutterschaft und Sterbehilfe ging der Papst kritisch ein. Das Phänomen der Leihmutterschaft verletze „durch die Umwandlung der Schwangerschaft in eine verhandelbare Dienstleistung sowohl die Würde des zu einem ,Produkt‘ reduzierten Kindes als auch der Mutter, indem sie deren Leib und den Prozess der Fortpflanzung instrumentalisiert und das ursprüngliche Beziehungsgefüge der Familie entstellt.“
Derartige Erwägungen ließen sich „auch auf kranke und ältere Menschen sowie auf Alleinstehende übertragen, die manchmal Schwierigkeiten haben, einen Grund zum Weiterleben zu finden.“ Es sei Aufgabe „der Zivilgesellschaft und der Staaten, konkret auf Situationen der Gebrechlichkeit zu reagieren, indem sie Lösungen für menschliches Leiden anbieten, wie etwa die Palliativmedizin, und eine Politik der echten Solidarität fördern, statt falsche Formen des Mitgefühls wie die Sterbehilfe zu unterstützen“, so der Papst in seiner Ansprache an das Diplomatische Corps. DT/reh
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