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Der Papst sorgt sich um den Polit-Nachwuchs

Keine Politik könne den Menschen dienen, wenn sie den Ungeborenen das Geschenk des Lebens verweigert, so Leo XIV. Seine Worte sind wichtiger denn je.
Papst Leo XIV. zur Abtreibung
Foto: IMAGO / ZUMA Press Wire | „Nur diejenigen, die sich um die Geringsten unter uns kümmern, sind in der Lage, wirklich Großes zu vollbringen“, so Papst Leo XIV.

„Jedes Land, das Abtreibung akzeptiert, lehrt seine Bürger nicht, einander zu lieben, sondern mit Gewalt zu erreichen, was sie wollen. Deshalb ist Abtreibung der größte Zerstörer von Liebe und Frieden.“ Worte, die die heilige Teresa von Kalkutta, Friedensnobelpreisträgerin des Jahres 1979, in ihrer Rede beim National Prayer Breakfast 1994 in Washington sprach und die niemand Geringerer als Papst Leo XIV. nun als „prophetisch“ bezeichnete.

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„Keine Politik“, so der Pontifex in einer Ansprache, die er am Samstag vor Teilnehmern der Konferenz „Eine Menschheit, ein Planet“ hielt, „kann den Menschen wirklich dienen, wenn sie den Ungeborenen das Geschenk des Lebens verweigert oder wenn sie es versäumt, den Bedürftigen zu helfen, sei es in ihrer materiellen Not oder in ihrer seelischen Bedrängnis.“

Kein Friede, solange die Menschheit Krieg gegen sich selbst führt

Den in der Sala Clementina versammelten Nachwuchspolitikerinnen und -politikern schrieb der Papst ins Stammbuch, „als Führungskräfte“ erstrecke sich ihre Verantwortung „nicht nur auf die Beziehungen zwischen den Nationen“, sondern „auch auf die konkreten Orte des täglichen Lebens: dort, wo Sie leben, wo Sie studieren und wo Sie arbeiten. Wenn wir nicht in der Lage sind, Harmonie innerhalb einer Universität oder eines Arbeitsplatzes oder zwischen politischen Parteien und Bürgervereinigungen zu fördern, wie können wir dann hoffen, Frieden innerhalb einer ganzen Gesellschaft oder zwischen Völkern und Kontinenten zu schaffen?“

Und weiter: „Nur diejenigen, die sich um die Geringsten unter uns kümmern, sind in der Lage, wirklich Großes zu vollbringen.“ Denn es könne, so Leo XIV., „keinen Frieden“ geben, „solange die Menschheit Krieg gegen sich selbst führt – indem sie die Schwachen verstößt, die Armen ausgrenzt und den Flüchtlingen und Unterdrückten gegenüber gleichgültig bleibt.“

Wie wichtig es ist, dass sich der Papst auch um den Polit-Nachwuchs sorgt, demonstrierte umgehend Österreichs Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner. Via „Bluesky“ tönte die SPÖ-Politikerin: „Frieden ist nur vollständig, wenn Menschen- und Frauenrechte unantastbar sind! (…) Den Schwangerschaftsabbruch in Frage zu stellen oder gar als ,Zerstörer des Friedens‘ zu verunglimpfen, ist absolut zu verurteilen.“

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Themen & Autoren
Stefan Rehder Lebensschutz Leo XIV.

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