Nach mehreren Jahren des Synodalen Weges, dessen letzte Vollversammlung am Sonntag zu Ende gegangen ist, beklagt die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, einen begrenzten Handlungsspielraum, eine „als zäh empfundene Kommunikation mit dem Vatikan“ sowie langsame kirchliche Entscheidungsprozesse.
In einem am Montag veröffentlichten Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) beklagte Stetter-Karp, dass weder das ZdK noch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing, bislang eine Antwort aus dem Vatikan auf mehrere Schreiben des Präsidiums des Synodalen Weges erhalten hätten. Darin seien unter anderem alle Beschlüsse des Synodalen Weges vom Juni 2023 an den Papst übermittelt worden. Die ZdK-Präsidentin vermutet, dass es „aufseiten der Kurie Bedenken gibt, ein Gremium wie das Zentralkomitee der deutschen Katholiken als Gesprächspartner anzuerkennen“.
Erste Aufgaben der Synodalkonferenz
Ziel der Briefe sei es gewesen, in einen Dialog zu treten. Wörtlich sagte Stetter-Karp: „Es war uns wichtig, über die Beschlüsse des Synodalen Weges zu sprechen, sie kommentieren und gegenüber Rom in den synodalen Prozess der Weltkirche einordnen zu können.“
Trotz der ausbleibenden Reaktionen aus Rom soll die Arbeit des Reformprozesses fortgesetzt werden. Die Synodalkonferenz müsse sich allerdings zunächst noch finden. Die „bereits vorhandene Satzung“ sei lediglich der „Knochenbau der Synodalkonferenz“, Fleisch und Seele des Gremiums müssten sich erst noch entwickeln. Als erstes Arbeitsziel nannte Stetter-Karp die Erstellung eines Rankings „der drängendsten Anliegen“.
Dazu zählen die Öffnung kirchlicher Ämter für Frauen, der Umgang mit Homosexualität und die verpflichtende Ehelosigkeit von Priestern. Zentrale Aufgabe bleibe zudem die „Bearbeitung der systemischen Ursachen, die Missbrauch und Vertuschung ermöglichten“, so Stetter-Karp. Darüber hinaus wolle die Synodalkonferenz politischer und gesellschaftlicher Bündnispartner für „Fragen des Zusammenhalts in Deutschland und der Welt“ bleiben.
Bätzing-Nachfolger soll Reformweg unterstützen
Eine wichtige Voraussetzung für die erfolgreiche Weiterarbeit des neuen Gremiums sieht die ZdK-Präsidentin in der Wahl des kommenden Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz. Dieser müsse „Respekt vor dem gemeinsamen Weg“ mitbringen. Ein Nachfolger für Bischof Bätzing, „der den Synodalen Weg für völlig falsch hält“, wäre aus ihrer Sicht „ein Rückschlag für die wichtigen Lehren, die aus den vielen Missbrauchsstudien zu ziehen waren und weiterhin zu ziehen sind“. Zudem sei es von Vorteil, wenn der neue Vorsitzende über gute Kontakte nach Rom verfüge – „schon allein, um für die Anliegen der deutschen Reformdebatte im Vatikan zu werben“. DT/dsc
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