Im Vereinigten Königreich haben die Abtreibungszahlen einen neuen Rekord erreicht. Wie aus am gestrigen Donnerstag veröffentlichten Zahlen des britischen Gesundheitsministeriums hervorgeht, endeten 2023 – neuere Auswertungen liegen nicht vor – über 30 Prozent aller beendeten Schwangerschaften durch eine Abtreibung. In England und Wales gab es demzufolge 278.740 Abtreibungen, die Zahl der Lebendgeburten lag bei 591.072 (32 Prozent). Die Zahl der Abtreibungen lag damit 11 Prozent höher als noch 2022. Minimal besser sah es in Schottland aus, wo 18.242 Abtreibungen auf 45.935 Lebendgeburten (28 Prozent) kamen, wesentlich geringer war der Anteil in Nordirland, wo 19.962 Lebendgeburten nach einer Schätzung der Lebensschutzorganisation „RightToLive“ 2632 Abtreibungen (12 Prozent) gegenüberstanden. In allen Landesteilen lagen die Abtreibungszahlen damit auf Rekordniveau.
Im Rahmen der Coronapandemie war es Frauen in England und Wales erstmals ermöglicht worden, medikamentöse Abtreibungen komplett zu Hause durchzuführen. 2022 wurde die Regelung gesetzlich auf Dauer gestellt. Wie aus dem Bericht des Gesundheitsministeriums hervorgeht, sind die Abtreibungszahlen damit stark gestiegen; so lag die Zahl für England und Wales 10 Jahre zuvor, also 2013, noch bei 185.331, also rund ein Drittel niedriger, die Zahl der Lebendgeburten demgegenüber mit 778.800 rund ein Drittel höher. 2019, im letzten Jahr vor der Neuregelung betrug die Zahl der Abtreibungen in England und Wales 209.519.

Im Juni 2025 hatte das britische Unterhaus zudem einen Gesetzentwurf bestätigt, der die Strafbarkeit von Abtreibungen für Frauen grundsätzlich streichen soll. Die entsprechende Novelle des „Crime and Policing Bill“ liegt derzeit zur Beratung im Oberhaus.
In Deutschland liegt die Zahl der Abtreibungen wesentlich niedriger. Nach den aktuellsten Daten des Statistischen Bundesamts wurden 2024 rund 106.000 Kinder abgetrieben, bei 677.117 Lebendgeburten. Das bedeutet, dass etwa 15 Prozent aller Schwangerschaften mit einer Abtreibung endeten. (DT/jra)
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