Die deutschen Bischöfe warnen erneut vor der AfD. In der Abschlusspressekonferenz der Frühjahrsvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) erklärte der neue Vorsitzende, Bischof Heiner Wilmer, am Donnerstag in Würzburg vor Journalisten, die Bischöfe widersetzten sich „den Bestrebungen des Populismus der AfD, die Kirche zu diskreditieren“. Sie verwahrten sich dagegen, ihre Themen „gleichsam billig zu kopieren und in nationalistisches Denken und Handeln umzuwandeln“.
Wilmer verwies mit Blick auf die im September anstehenden Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt auf die Folgen, die eine Umsetzung des Regierungsprogramms der AfD in dem östlichen Bundesland für die Gesellschaft hätte. „Es kann kein deutsches Christentum geben“, sagte Wilmer. Auch könne nicht Mitgliedern der Kirche das Christsein abgesprochen werden, sagte er in Anspielung auf scharfe Kritik aus den Reihen der AfD an deutschen Bischöfen.
Bischöfe wollen in der Synodalität keinen deutschen Sonderweg
Wilmer kündigte an, bald nach Rom zu reisen, um die Recognitio (Anerkennung) für die Satzung der geplanten Synodalkonferenz zu beantragen. Die deutschen Bischöfe hatten die Satzung während ihrer Frühjahrsvollversammlung bestätigt. Rom lebe den Glauben „in dynamischer Treue“ zur Tradition, erklärte Wilmer und zeigte sich zuversichtlich, dass deutsche Anliegen in Rom Gehör finden würden.
Wichtig sei den deutschen Bischöfen, dass es in der Synodalität keinen deutschen Sonderweg gibt. Mit Blick auf die Satzung erklärte er, er sehe keine spezifischen Knackpunkte. Thema sei „der ganze Wurf“. Die Kirche in Deutschland wolle sich im Rahmen des geltenden Kirchenrechts bewegen. Wilmer räumte ein, dass die praktische Beschäftigung mit dem Thema Synodalität an der Basis unterschiedlich sei. In den Gemeinden sei noch „Luft nach oben“, doch sei Synodalität in allen Bistümern angekommen.
Auch über eine Predigterlaubnis für Laien in Eucharistiefeiern soll der neue Vorsitzende in Rom mit den Verantwortlichen in der Kurie sprechen. Die Generalsekretärin der deutschen Bischöfe, Beate Gilles, erklärte, dieses Anliegen sei in Rom bereits bekannt. Die Präsidentin des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, habe dem Vatikan diesen Wunsch bereits mitgeteilt. Die Bischofskonferenz folgt damit einem Beschluss der deutschen Synodalversammlung von 2023. Diese hatte mit Mehrheit auch der Bischöfe beschlossen, dass diese in Rom eine entsprechende Erlaubnis beantragen. Diese solle für qualifizierte Männer und Frauen gelten, die vom jeweiligen Bischof beauftragt wurden.
Predigt durch Laien werde de facto in vielen Diözesen praktiziert
Die Bischöfe hätten in Würzburg eine Ordnung des Predigtdienstes beschlossen, sagte der neue Vorsitzende. Dafür wollten sie in Rom um Zustimmung bitten: „Wir haben vereinbart, dass ich dies bei meinem nächsten Besuch in Rom mitnehmen und auch noch einmal vor Ort im Gespräch erläutern und dafür werben werde“, so Wilmer. De facto werde die Predigt durch Laien, also Nichtgeweihte, in vielen deutschen Diözesen auch schon praktiziert. Natürlich wolle man dabei in Einheit mit der Weltkirche bleiben.
Laien dürfen bisher laut Kirchenrecht nicht in Messen predigen. In Canon 766 heißt es zwar, dass sie zur Predigt zugelassen werden können, „wenn das unter bestimmten Umständen notwendig oder in Einzelfällen als nützlich angeraten ist“. Im nächsten Canon wird dies aber eingeschränkt: „Unter den Formen der Predigt ragt die Homilie hervor, die Teil der Liturgie selbst ist und dem Priester oder dem Diakon vorbehalten wird“. Damit ist die Predigt in der Messe gemeint. Möglich sind aber jetzt schon Predigten in anderen Gottesdienstformen, etwa in Wortgottesdiensten.
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