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„Meine Hauptaufgabe sehe ich darin, Gott ins Zentrum zu stellen“

Geistliche Wende in der DBK-Zentrale? In seinem ersten Statement als neuer Vorsitzender fällt Bischof Heiner Wilmer mit wenig Politik und viel Spiritualität auf. Das zentrale Thema seines Vorgängers lässt er aus.
Heiner Wilmer
Foto: Deutsche Bischofskonferenz / Marko Orlovic | Will wieder Gott ins Zentrum stellen: der neue DBK-Vorsitzende Heiner Wilmer.

„Meine sehr geehrten Damen und Herren, Ehre sei Gott in der Höhe und Frieden auf Erden den Menschen seiner Gnade.“ Mit diesen Worten aus dem Lukasevangelium begann der neugewählte Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) sein Statement, sie bezeichnete er als seinen „Kompass“: „Gott Raum geben und gemeinsam am Frieden bauen.“

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Es war eine im Ton bemerkenswert geistliche, kleine Regierungserklärung: ein Bekenntnis zur Ökumene, zum interreligiösen Dialog, zur Missbrauchsaufarbeitung, zum verstorbenen Papst Franziskus, der neu vor Augen gestellt habe, dass das Evangelium Freude sei, zu Papst Leo, der diesen Weg „mit geistlicher Klarheit“ fortführe. Und auch zur Synodalität: Das „weltweite Geschehen“ habe „erfahren lassen, wie wertvoll das gemeinsame Hören ist“, Synodalität bleibe „eine geistliche Haltung“ mit Christus im Zentrum. Eine Leerstelle blieb dagegen der deutsche Synodale Weg. Nur so viel kam dazu, wenn man es denn so interpretieren will, im Eingangsstatement: „Wir haben viel gerungen, doch es geht nach vorn.“

Stattdessen bot Wilmer eine an Papst Leo erinnernde Betonung des Friedens auf – heute, am Tag von Wilmers Wahl, jährt sich der Ukrainekrieg zum vierten Mal –, und im Zentrum eine ironisch gewandete Aufforderung: „Es wird darum gehen, das Evangelium zu verkünden mit aller Kraft, notfalls auch mit Worten.“ „Selbstbewusst und auch demütig“ wolle man die Kirche in eine „neue Zeit“ tragen. Und diese Kirche sei attraktiv: „Unsere christliche Botschaft ist, dass es eine Hoffnung gibt, die größer ist als naiver Optimismus“, diese Hoffnung sei frei von Defaitismus und Untergangssehnsucht.

Die Gesellschaft, so Wilmer weiter, leide daran, dass „der Nachbar zum Feind wird und jedes Gegenüber zum potenziellen Gegner werden kann.“ Die Kraft des Evangeliums hingegen sei es, aus einer „Haltung der Demut“ stark zu sein. Das gelte „auch für politische Auseinandersetzungen“. Man sorge sich sowohl um den Unfrieden in der Welt als auch den in Deutschland: „Die Demokratie organisiert die Uneinigkeit einer Gesellschaft in gerechter und friedvoller Weise.“ Diese Demokratie sei „ein Weg, den wir mitgehen wollen, auf dem wir auch selbst uns einüben müssen“. Man tue dies „im Vertrauen auf Jesus Christus und aus der Kraft des Heiligen Geistes“.

In der anschließenden Fragerunde blieb Wilmer zurückhaltend. Angesprochen auf seine Haltung zur Frage von Frauen in Weiheämtern, sagte der neue Vorsitzende, er „begrüße es sehr, dass die Weltsynode das Thema auf der Tagesordnung habe“. Er sei „nach wie vor überzeugt, dass heute auch der Heilige Geist wirkt“, und: „Ich freue mich auf die Überraschung des Heiligen Geistes.“ Und der Synodale Weg, ob er den mit ähnlich viel „Verve“ wie Bätzing in Rom verteidigen werde? Er sei „Pilger auf dem Weg in der einen Hand das Evangelium, in der anderen Hand die Menschen im Blick“, so Wilmer. Allerdings: „Manchmal werde ich wohl zuerst auf die Menschen schauen müssen, um das Evangelium besser zu verstehen. Ich setze mich ein für die Kompetenz der Frauen, um diese sichtbar zu machen und zu fördern. Und ich freue mich auf den Austausch mit Rom. Und wir sind auf einem guten Weg und es ist schön zu sehen, wie wir von der Weltsynode lernen können.“ Seine Hauptaufgabe jedenfalls, so Wilmer auf die Frage eines anderen Journalisten, sei es, Gott ins Zentrum zu stellen. (DT/jra)

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