Zwei Franzosen, ein Schweizer und ein Amerikaner sollen am 1. Juli im schweizerischen Écône die Bischofsweihe empfangen. Auf dem Portal „fsspx.news“ hat die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) am Dienstag die Namen der Kandidaten bekanntgegeben.
Bei den Kandidaten handelt es sich um Pascal Schreiber, Michael Goldade sowie Michel Poinsinet de Sivry und Marc Hanappier. Nach Angaben der FSSPX seien Papst Leo XIV. Informationen zu den Kandidaten vorgelegt worden, zusammen mit Erläuterungen, die für ein „angemessenes Verständnis dieses Schrittes“ im „besonderen und außergewöhnlichen Kontext“ dieser Bischofsweihen notwendig seien.
Keine Parallelstruktur zur Kirche
Der Generalobere der Priesterbruderschaft, Pater Davide Pagliarani, betont in der Mitteilung, die Auswahl und Weihe der Kandidaten erfolge nicht aus dem Wunsch heraus, „eine Jurisdiktionsgewalt zu beanspruchen oder eine parallele Autorität in der Kirche zu errichten“. Auch stelle sie „keine Ablehnung, Zurückweisung oder Infragestellung“ der „höchsten, vollen und unmittelbaren Jurisdiktionsgewalt“ des Stellvertreters Christi über die Weltkirche dar.
Zudem begründet die FSSPX den Schritt mit einer aus ihrer Sicht bestehenden „beispiellosen Glaubenskrise“. Die Priesterbruderschaft erklärte, sie halte an ihrer Sendung fest, den katholischen Glauben in der Weise weiterzugeben, „wie die Kirche ihn immer geglaubt, gelehrt und praktiziert hat“. Die neuen Bischöfe verstünden ihr Amt ausschließlich als Dienst an den Seelen und an der Kirche.
Hintergrund sind seit Jahrzehnten bestehende Spannungen zwischen Rom und der Priesterbruderschaft. In einem am 13. Mai veröffentlichten Statement erklärte der Präfekt des Glaubensdikasteriums, Víctor Kardinal Fernández, die angekündigten Bischofsweihen verfügten nicht über den erforderlichen päpstlichen Auftrag. Unter Verweis auf ein Schreiben von Papst Johannes Paul II. aus dem Jahr 1988 warnte das vatikanische Glaubensdikasterium, unrechtmäßige Bischofsweihen könnten einen „schismatischen Akt“ darstellen.
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