Die Priesterbruderschaft St. Pius X. (FSSPX) hat am Mittwoch im schweizerischen Écône vier Priester zu Bischöfen geweiht. Die Weihen spendeten die Bischöfe Bernard Fellay und Alfonso de Galarreta. Zu Bischöfen geweiht wurden Marc Hanappier, Pascal Schreiber, Michael Goldade und Michel Poinsinet de Sivry. Zuvor hatte Papst Leo XIV. die Priesterbruderschaft aufgefordert, von den Bischofsweihen ohne päpstliches Mandat Abstand zu nehmen.
Die neuen Bischöfe nahmen bislang unterschiedliche Aufgaben innerhalb der Priesterbruderschaft wahr. Der Schweizer Schreiber leitete zuletzt das Priesterseminar Herz Jesu im bayerischen Zaitzkofen. Am Priesterseminar St. Thomas von Aquin in Dillwyn im US-Bundesstaat Virginia war Goldade als Regens tätig, während sein Mitbruder Hanappier dort Dogmatik lehrte. Poinsinet de Sivry war zuletzt Oberer des Distrikts Benelux. Die FSSPX hatte die Weihen bereits im vergangenen Jahr angekündigt. Nach Angaben der Gemeinschaft sollen die neuen Bischöfe vor allem die Spendung der Firmung sowie Priesterweihen und weitere bischöfliche Aufgaben innerhalb der weltweit tätigen Bruderschaft übernehmen.
Die Bischöfe Bernard Fellay und Alfonso de Galarreta wurden 1988 ebenfalls in Écône von dem Gründer der FSSPX, Erzbischof Marcel Lefebvre, zu Bischöfen geweiht. Mitkonsekrator war der brasilianische Bischof Antônio de Castro Mayer. Gemeinsam mit Fellay und de Galarreta empfingen auch Richard Williamson und Bernard Tissier de Mallerais die Bischofsweihe.
Nach den Weihen von 1988 kam es 1991 zu einer weiteren Bischofsweihe im Umfeld der FSSPX. Damals weihte der 2024 verstorbene Bernard Tissier de Mallerais den Brasilianer Licínio Rangel, der 2002 starb, in São Fidélis im Bundesstaat Rio de Janeiro zum Bischof für die Priestervereinigung St. Johannes Maria Vianney. Alfonso de Galarreta und Richard Williamson wirkten als Mitkonsekratoren. Der 2025 verstorbene Williamson spendete nach seinem Ausschluss aus der FSSPX im Jahr 2012 mehreren Priestern die Bischofsweihe.
Vor den Weihen am Mittwoch hatte Papst Leo XIV. die Priesterbruderschaft in einem Schreiben an ihren Generaloberen Pater Davide Pagliarani aufgefordert, von dem Vorhaben Abstand zu nehmen. Er warnte, die Weihen ohne päpstliches Mandat stellten einen schismatischen Akt dar. In seinem Antwortschreiben hielt Pagliarani dem entgegen, die FSSPX wolle sich nicht von der Kirche trennen. Die Bischofsweihen seien aus Sicht der Gemeinschaft notwendig, um ihren Gläubigen auch künftig die Spendung der Sakramente und die Fortführung ihres Apostolats sicherzustellen. Zugleich äußerte er die Hoffnung, dass die bestehenden Schwierigkeiten zwischen dem Heiligen Stuhl und der Priesterbruderschaft eines Tages überwunden werden könnten. DT/jna
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