Nein, Papst Leo werde „Traditionis custodes“ nicht zurücknehmen und auch „Summorum pontificum“ nicht zurückbringen. Das sagte Kardinal Arthur Roche, der amtierende Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, in einem Interview mit dem britischen Magazin „The Tablet“.
Roche hat 2025 das übliche Ruhestandsalter von 75 Jahren erreicht; seine fünfjährige Amtszeit als Präfekt ist eigentlich seit Ende Mai 2026 erfüllt, auch wenn noch kein Nachfolger benannt ist. Sprach er hier wirklich authentisch für den Papst oder gar in Abstimmung mit ihm? Oder wollte der Kardinal, der seit Jahren für seine tiefe Abneigung gegenüber der Alten Messe berüchtigt ist, noch ein letztes Mal die liturgische Debatte in seinem Sinne prägen, bevor ihn Leo XIV. ersetzt?
Die liturgische Tradition willkommen heißen
Gerade nach der Exkommunikation der Piusbruderschaft, die ja nicht Folge eines Streites über die Feier der überlieferten Messe war, erging von der Weltkirche vielerorts das Zeichen: Die Tradition, gerade auch die liturgische, sei im Herzen der Kirche willkommen. So erklärte etwa Bischof Fredrik Hanse, Oberhirte von Oslo, in seinem Bistum verstärkt die Alte Messe für die Gläubigen anbieten zu wollen.
Die Geschichte seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil hat gezeigt: Die Alte Messe lässt sich nicht ausmerzen und gehört zur dauerhaften Identität der katholischen Kirche . Es ist die Messe, die unzählige Heilige gefeiert haben. Sie ist gerade in Zeiten, in denen vielerorts ein freihändiger und „kreativer“ Umgang mit der Liturgie viele Katholiken abstößt, ein Magnet für junge Menschen, junge Familien und Konvertiten. Papst Leo XIV. scheint, wie bei vielen anderen Themen, auch bei der Liturgie auf Zeit spielen zu wollen. Das muss nicht schlecht sein. Die Tradition hat einen langen Atem.
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