Kaum ein Gleichnis Jesu ist so anstößig wie das der Arbeiter im Weinberg: Ein Gutsherr zahlt allen Arbeitern einen Denar, den Früharbeitern wie jenen, die nur eine Stunde gearbeitet haben. Es handelt sich um den üblichen Tageslohn. Die Früharbeiter erhalten genau das Vereinbarte und sind dennoch unzufrieden. Aus ihnen spricht der Neid: Sie gönnen den Spätberufenen nicht, dass auch sie einen vollen Denar erhalten. Ihr Gerechtigkeitsempfinden bleibt dabei einseitig: Sie sehen nur ihre eigene Arbeit im Weinberg, nicht die Not derer, die schon früh am Morgen auf dem Markt standen, bereit zu arbeiten, aber niemand gab ihnen Arbeit.
Gottes Trost für die Spätzünder
Gleicher Lohn für ungleiche Arbeit, davon spricht das Gleichnis vom Weinberg. Denn Gottes Barmherzigkeit funktioniert anders als menschliche Gerechtigkeit.
