Susanna, eine neue Eva? Eine unschuldige Verführerin wider Willen? Mit den Worten „Das Ewig-Weibliche zieht uns hinan“ schließt Goethes Faust II. Die Frau, das Rätsel schlechthin für den Mann, dem er auch nach Tausenden von Jahren noch ausgeliefert ist und der in unseren Tagen das ureigene Selbstbewußtsein abhanden zu kommen scheint, da ihre Entmystifizierung so weit fortgeschritten ist wie wohl noch nie in der Geschichte. Auch Alter schützt vor Torheit nicht, auch nicht diese beiden alten Männer, von denen man sich fragt, was sie sich eigentlich noch erhoffen, sollte ihnen die schöne Frau des Jojakim tatsächlich zu Willen sein.
Richter David und zwei alte, weisse Männer
Die Susanna-Erzählung der Bibel transformiert den Ur-Sündenfall der Genesis zu einer ziemlich heutigen Me-too-Geschichte.
