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Leo lässt Macron abblitzen

Der Heilige Stuhl hat mehrere protokollarische Wünsche der französischen Regierung für die Reise Leos XIV. abgelehnt. Der Besuch soll als Apostolische Reise und nicht als Staatsbesuch verstanden werden.
Papst Leo XIV.
Foto: IMAGO/ALESSIA GIULIANI / Catholic Press Photo (www.imago-images.de) | Der umworbene Gast, der Körbe verteilt: Papst Leo XIV.

Das staatliche Zeremoniell bei der Frankreichreise von Papst Leo XIV. vom 25. bis 28. September soll zurückhaltender ausfallen, als ursprünglich von der französischen Regierung vorgesehen. Laut Recherchen der französischen Zeitung „La Croix“ hat der Heilige Stuhl mehrere protokollarische Wünsche des Élysée abgelehnt oder reduziert.

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Präsident Emmanuel Macron soll darum gebeten haben, Leo XIV. am 25. September durch Notre-Dame zu führen, um ihm die nach dem Brand restaurierte Kathedrale zu zeigen. Laut „La Croix“ hat das vatikanische Staatssekretariat dies abgelehnt. Als offizieller Grund seien der dichte Terminkalender des Papstes und der Wunsch genannt worden, Notre-Dame nach der vorgesehenen Vesper sofort wieder für die Gläubigen zu öffnen.

Kein Essen mit Macron

Auch beim Staatsempfang habe der Vatikan auf Zurückhaltung beharrt. Der militärische Empfang soll kleiner ausfallen, auf Republikanische Garde und Trommler werde verzichtet. Beim Heiligen Stuhl sei darüber hinaus die von der französischen Regierung vorgesehene Verleihung des Großkreuzes der Ehrenlegion nicht auf Interesse gestoßen. Ein Staatsmittag- oder Abendessen mit Präsident Macron sei auch nicht vorgesehen. Leo XIV. werde in der Apostolischen Nuntiatur wohnen und auch dort seine Mahlzeiten einnehmen.

„La Croix“ sieht hinter den vatikanischen Entscheidungen einen grundsätzlichen Unterschied im Verständnis der Reise. Während die französische Regierung stärker mit den Ausdrücken eines Staatsbesuchs geplant habe, verstehe der Heilige Stuhl den Besuch ausdrücklich als Apostolische Reise. Der Papst sei zwar auch Staatsoberhaupt, reise aber in erster Linie als Hirte.

Dies zeige sich besonders in Notre-Dame. Die vorgesehene Vesper sei weder eine Einweihung noch ein Besichtigungstermin, sondern Liturgie. Eine vatikanische Quelle erklärte gegenüber „La Croix“, Macron habe „nichts Unzumutbares“ verlangt, allerdings etwas, „das zu einer anderen Art Reise gehört“. Gleichzeitig habe die Quelle das Engagement des französischen Präsidenten zum Gelingen der Papstreise hervorgehoben. (DT/jg)

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