Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Wahlaufruf in Berlin

Kirchen: Vielfalt macht Berlin aus

Nach dem Wahlsieg der AfD in Sachsen-Anhalt ist vor den Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. Die Kirchen in Berlin geben eine Empfehlung, was Wähler berücksichtigen sollten.
St. Hedwig Berlin
Foto: IMAGO/Bahho Kara (www.imago-images.de) | Katholisches Aushängeschild: die St.-Hedwigs-Kathedrale in Berlin.

Die evangelische und die katholische Kirche in Berlin rufen kurz vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus zur Unterstützung von Parteien auf, die die Menschenwürde achten. „Unterstützen Sie diejenigen politischen Kräfte, die Zusammenhalt fördern, statt Menschengruppen gegeneinander auszuspielen“, heißt es in einem am Dienstag veröffentlichten Aufruf des katholischen Erzbistums Berlin sowie der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. Und weiter: „Geben Sie jenen Ihre Stimme, die sich uneingeschränkt zur Würde jedes und jeder Einzelnen bekennen und danach handeln. Prüfen Sie, ob und wie der Schutz von Minderheiten und Schutzbedürftigen garantiert wird.“

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Man trete für eine „freie, weltoffene, vielfältige und demokratische Gesellschaft“ ein. Nur diese garantiere, dass man „in unserer Unterschiedlichkeit in Freiheit und in Frieden miteinander leben“ könne. Die Stärke einer demokratischen Gesellschaft bemisst sich auch daran, dass sie Schwache und Minderheiten schützt. Menschenwürde, Menschenrechte und Religionsfreiheit seien unverzichtbar für alle Menschen. „Genau das macht Berlin aus: die Vielfalt der Menschen in dieser Stadt. Menschen, die unterschiedlich denken, glauben, leben, lieben und ihr Leben gestalten.“ Man glaube, so die Erklärung weiter, dass Gott jedem Menschen die Menschenwürde verliehen habe. „Sie gilt unverbrüchlich und kann niemandem genommen werden.“

Die Kirchen unter Leitung des katholischen Erzbischofs Heiner Koch und des evangelischen Bischofs Christian Stäblein appellieren: „Unterstützen Sie diejenigen politischen Kräfte, die Zusammenhalt fördern, statt Menschengruppen gegeneinander auszuspielen. Geben Sie jenen Ihre Stimme, die sich uneingeschränkt zur Würde jedes und jeder Einzelnen bekennen und danach handeln. Prüfen Sie, ob und wie der Schutz von Minderheiten und Schutzbedürftigen garantiert wird.“ Demokratie sei eine große Errungenschaft, die durch die Kraft vieler Menschen erreicht worden sei. „Es ist unsere gemeinsame Verantwortung, für sie einzustehen, wenn sie in Gefahr gerät“, heißt es in dem Wahlaufruf weiter.

Respekt, Achtung, Demut und Kompromisse

Demokratie bedeute Auseinandersetzung in Sachfragen mit Respekt und Achtung voreinander, Demut vor der auf Zeit verliehenen Macht sowie Gewaltenteilung. Sie lebe von Kompromissen und der Fähigkeit, andere Meinungen auszuhalten. Die Stärke einer demokratischen Gesellschaft bemesse sich auch daran, dass sie Schwache und Minderheiten schütze.

Der Appell richtet sich insbesondere auch an jene jungen Menschen, die in diesem Jahr erstmals ab 16 Jahren wahlberechtigt sind. Am kommenden Sonntag werden in der Hauptstadt das Abgeordnetenhaus und die Bezirksverordnetenversammlungen neu gewählt. Parallel wird in Mecklenburg-Vorpommern ein neuer Landtag gewählt. (DT/jra/KNA)

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