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Wilmer: „Nicht alleine vorpreschen“

Der DBK-Vorsitzende spricht sich für mehr Zuhören zwischen den Ortskirchen aus. Synodalität bedeute, den Weg als Weltkirche gemeinsam zu gehen.
DBK-Chef Heiner Wilmer zu echter Synodalität
Foto: IMAGO/Rüdiger Wölk | Der DBK-Vorsitzende Heiner Wilmer erklärte: „Europa braucht eine Orientierung aus dem Evangelium – und das kann nur geschehen, wenn die Kirche gemeinsam unterwegs ist, wenn die Kirche synodal ist“.

Bei der Tagung „Shaping Synodality in Europe“ im österreichischen Wels hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Münsteraner Bischof Heiner Wilmer, zu mehr gegenseitigem Zuhören zwischen den Ortskirchen aufgerufen. Im Gespräch mit „Radio Vatikan“ erklärte er, dass gerade mit Blick auf die unterschiedlichen Sensibilitäten in Europa eine „Kultur des Hörens“ weiterentwickelt werden müsse. Es sei wichtig, dass die Kirchen „aufeinander achten und nicht alleine vorpreschen“.

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Angesprochen auf den Vorwurf, die Kirche in Deutschland habe das Anliegen der Synodalität genutzt, um bereits länger verfolgte Reformvorhaben voranzubringen, betonte Wilmer, dass sich die Kirche „seit den Tagen Jesu“ immer gewandelt habe. Niemand brauche deshalb „Angst zu haben vor Erneuerungen“ oder „vor dem Geist in der Zeit, der uns zeigt, wie wir heute gut das Evangelium verkünden, sodass wir heute neu nah beim Menschen sind“.

Europa braucht Einheit und eine starke Kirche

Außerdem unterstrich Wilmer die Bedeutung einer synodalen Kirche für Europa. Der Kontinent werde „immer komplexer“ und „immer fragmentierter“, die Gefahr bestehe darin, dass Europa in „Kleinstaaterei“ zerfalle und es „Scharmützel“ gebe. Europa brauche deshalb Einheit und eine starke Kirche. „Europa braucht eine Orientierung aus dem Evangelium – und das kann nur geschehen, wenn die Kirche gemeinsam unterwegs ist, wenn die Kirche synodal ist“, so der Bischof.

Um gemeinsam unterwegs sein zu können, sei es wichtig, „eine Kultur des Hörens“ weiterzuentwickeln, sich „noch stärker als Lernende“ zu begreifen und „den anderen Menschen“ in die Augen zu schauen. Zu echter Synodalität gehöre nach Wilmer, „tatsächlich auf unsere Geschwister im Glauben aus den benachbarten Kirchen“ zu hören und zu fragen, „wo drückt euch der Schuh, wie können wir euch helfen“. Zugleich müsse eine Ortskirche hinhören, was die anderen ihr zu sagen hätten und „wie wir das Evangelium vielleicht auch besser verkünden könnten“.  DT/dsc 

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