Die Reise von Papst Leo XIV. nach Frankreich Ende September sorgt für einen Streit über das französische Laizitätsprinzip. Zwei Vereinigungen haben beim Verwaltungsgericht Straßburg Klage gegen einen Teil der städtischen Ausgaben für den Papstbesuch am 28. September eingereicht. Die „Union des familles laïques“ (UFAL) des Departements Moselle und der Verein „Les Profanes“ wenden sich gegen Investitionen von 250.000 Euro.
Diese Summe soll unter anderem für Großbildschirme aufgebracht werden, auf denen in „Fan-Zonen“ die von Leo XIV. in der Kathedrale von Metz gefeierte Messe übertragen werden soll. Für die Kläger bedeutet dies die Finanzierung von Einrichtungen, die „in direktem Zusammenhang mit einer Veranstaltung stehen, die eine religiöse Zeremonie beinhaltet“. Mit einem Eilantrag wollen sie die Bestellung der Ausstattung bis zur Gerichtsentscheidung verhindern.
Die UFAL hatte bereits bei der Stadt Einspruch eingelegt, die Offenlegung von Kostenvoranschlägen, Verträgen und Vereinbarungen verlangt und den Präfekten des Departements eingeschaltet. Eine besondere Brisanz erhält der Streit, weil das französische Gesetz über die Trennung von Staat und Kirche von 1905 im Elsass und im Departement Moselle nicht gilt. Deren besonderes Recht erlaubt öffentliche Leistungen an Religionsgemeinschaften.
Teil einer größeren Debatte
Metz’ Bürgermeister François Grosdidier weist die Kritik zurück. Die von „wenigen Aktivisten“ getragene Polemik sei „lächerlich“. Unter den Stadteinwohnern sei die Zustimmung groß, unabhängig davon, ob sie gläubig seien oder nicht. Der Papstbesuch sei ein „Weltereignis“ und eine „unermessliche Ehre“ für Metz. Leo XIV. habe die Stadt auch wegen ihrer Bedeutung für die deutsch-französische Versöhnung ausgewählt.
Grosdidier verweist zudem auf den wirtschaftlichen Nutzen. Die Stadt habe insgesamt rund 500.000 Euro für den Besuch vorgesehen. Handel, Gastronomie und Hotellerie rechnen mit zahlreichen Gästen. Gegenüber „TF 1 Info“ sagte eine Gastronomin, ihre Umsätze liegen bereits jetzt über denen des Vorjahres: „Der Besuch ist ein Glücksfall für uns.“
Der Streit in Metz ist Teil einer größeren französischen Debatte. In Paris kritisierte der Abgeordnete Alexis Corbière organisatorische Vorkehrungen der Nationalversammlung für Parlamentarier, die an der Papstmesse auf der Place de la Concorde teilnehmen wollen, als Missachtung der Laizität. Der kommunistische Senator Pierre Ouzoulias beanstandete die Kosten der Papstreise. Die Zeitschrift „Marianne“ fragte provokativ: „Eine vom Papst auf der Place de la Concorde zelebrierte Messe … und was noch?“
Leo XIV. wird seine Frankreichreise, die ihn ab dem 25. September nach Paris und Lourdes führt, am 28. September in Metz beschließen.
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