Die Französische Bischofskonferenz hat erste zentrale Eckpunkte des Papstbesuchs veröffentlicht, der vom 25. bis 28. September stattfinden soll. Vorgesehen sind unter anderem eine feierliche Vesper in Notre-Dame de Paris, eine große Jugendgebetswache, eine Messe unter freiem Himmel in Paris, eine Eucharistiefeier in Lourdes sowie ein Abschlussgottesdienst in der Kathedrale Saint-Étienne in Metz.
Kardinal Jean-Marc Aveline, Erzbischof von Marseille und Vorsitzender der Französischen Bischofskonferenz, erklärte mit Blick auf den Besuch des Papstes in Spanien, die Bilder zeigten, dass das Volk „mit großer Freude und tiefer Inbrunst“ den Papst empfange. Zugleich spüre man deutlich, „dass wir uns aktiv darauf vorbereiten müssen“, Leo XIV. vom 25. bis 28. September in Frankreich willkommen zu heißen.
Aveline erinnerte daran, dass er Leo XIV. bereits zu Beginn des Pontifikats nach Frankreich eingeladen habe. Es sei „nicht schwer“ gewesen, ihn zu überzeugen, sagte der Kardinal, so groß sei die Wertschätzung des Papstes für Frankreich, „für dessen Rolle in der Welt, für seine reiche spirituelle Geschichte und für seinen missionarischen Elan“. Bereits im April habe er gemeinsam mit dem Papst an einem Programmentwurf gearbeitet. Vor mehr als einem Monat sei ein Lenkungsausschuss eingerichtet worden, um die Etappen in Zusammenarbeit mit den betroffenen Diözesen vorzubereiten.
Zur heiligen Bernadette
Nach den von Kardinal Aveline veröffentlichten Eckpunkten beginnt die Reise am Freitag, 25. September, mit einer feierlichen Vesper in Notre-Dame de Paris. Eingeladen sind Priester, Diakone und ihre Ehefrauen, Ordensleute sowie Seminaristen aus ganz Frankreich. Es wäre der erste päpstliche Besuch in der Kathedrale seit ihrer Wiedereröffnung nach dem Brand von 2019. Am selben Abend ist eine große Gebetswache mit den Jugendlichen Frankreichs geplant. Am Samstag, 26. September, wird Leo XIV. in Paris eine feierliche Messe unter freiem Himmel feiern.
In Paris wird Leo XIV. außerdem den Sitz der UNESCO besuchen. Die Organisation begeht in diesem Jahr den 80. Jahrestag ihrer ersten Sitzung in Paris, die Ende 1946 stattfand, nachdem ein Jahr zuvor die Gründungsurkunde unterzeichnet worden war. Am Sonntag, 27. September, reist der Papst nach Lourdes. Dort ist am Nachmittag eine Messe auf der Wiese vor der Grotte vorgesehen, wo 1858 die Gottesmutter der heiligen Bernadette Soubirous erschienen ist. Den Abschluss bildet am Montag, 28. September, eine Messe in der Kathedrale Saint-Étienne in Metz.
Die Etappe in Metz steht wohl im besonderen Zusammenhang mit der europäischen Identität – Lothringen ist eng mit der deutsch-französischen Geschichte und Versöhnung verbunden. In der Nähe, in Scy-Chazelles, liegt Robert Schuman begraben, einer der Gründerväter der europäischen Einigung. Papst Franziskus erkannte 2021 seine heroischen Tugenden an; seither gilt Schuman als ehrwürdiger Diener Gottes. Ob Leo XIV. die Ruhestätte Schumans besuchen wird, steht noch offen.
Bald weitere Informationen
Laut der Plattform InfoCatólica wird ein Besuch im Centre Médical Jeanne Garnier in Paris, einer bedeutenden Einrichtung für Palliativpflege, in Erwägung gezogen. Ein solcher Programmpunkt hätte besonderes Gewicht, da Frankreich derzeit intensiv über Sterbehilfe debattiert. Das endgültige Programm soll in den kommenden Wochen vom Heiligen Stuhl veröffentlicht werden.
Für Kardinal Aveline steht jedoch schon jetzt fest, dass die Vorbereitung nicht nur organisatorisch, sondern vor allem geistlich sein müsse. „Das Wichtigste ist spiritueller Natur“, betonte er. Frankreich müsse sich darauf vorbereiten, „die Gnade anzunehmen, die Gott Frankreich und unserer Kirche schenken möchte“. Er rief die Gläubigen auf, mit innerer Bereitschaft, missionarischem Mut und im Gebet an der Vorbereitung mitzuwirken – „an dem Werk, das der Heilige Geist durch den Besuch des Nachfolgers Petri in unseren Herzen vollbringen möchte.“ DT/jg
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