Heiß ist es in Rom und Monsignore will sich nicht weit fortbewegen. Entgegen seiner Gewohnheit, für solche Treffen die Vatikannähe zu meiden, sind wir im „Matriciano“ im Stadtteil Prati verabredet, das direkt an den Borgo grenzt, durch den die Fluchtmauer des Vatikans verläuft. Das klassische Restaurant heißt so, wie es heißt, weil sein Gründer vor vier Generationen aus Amatrice stammte, jener Ortschaft nordöstlich von Rieti, die im August 2016 ein Erdbeben verwüstete. Seit über hundert Jahren wird „Il Matriciano“ von derselben Familie geführt. Wir bestellen den weißen Hauswein, vor allem aber viel Wasser dazu, und nehmen – was denn sonst – „Bucatini alla Matriciana“ mit durchwachsenem Speck.
Es reicht dem Monsignore
Roms Mühlen mahlen langsam. Da kann einem selbst bei der schönsten „Matriciana“ der Appetit vergehen.
