Im Vorfeld der Papstreise nach Frankreich vom 25. bis 28. September hat Bischof Jean-Marc Micas von Tarbes und Lourdes die Hoffnung geäußert, insbesondere der Besuch Leos XIV. in Lourdes am 27. September werde ein deutliches Zeichen für den Schutz des Lebens und die Würde kranker, behinderter und schwacher Menschen setzen.
Die Frankreichreise des Heiligen Vaters findet nur wenige Monate nach der Verabschiedung eines Gesetzes zur Legalisierung von Sterbehilfe und assistiertem Suizid statt. in einem Interview mit dem National Catholic Register erklärte Bischof Micas, er vertraue darauf, dass Leo XIV. die wiederholten Warnungen der französischen Kirche aufgreifen und „sogar bekräftigen“ werde.
Am Wallfahrtsort sind eine Fackelprozession an der Grotte von Massabielle, ein Gebetstreffen mit den französischen Bischöfen sowie eine Messe auf der Esplanade vorgesehen. Der Besuch in Lourdes werde eine „rein spirituelle und pastorale Station“ der Reise sein, betonte der Bischof.
Bereits vor der Verabschiedung des Gesetzes hatte Bischof Micas das Sterbehilfegesetz als „anthropologische Absurdität“ bezeichnet. Auch nach dem Inkrafttreten müsse die Kirche den Gläubigen deutlich sagen, dass „nicht alles erlaubt ist, nur weil das Gesetz jetzt existiert.“
Für Micas verkörpert Lourdes geradezu das Gegenteil der Logik des assistierten Suizids. Am Wallfahrtsort hätten Armut, Krankheit und Behinderung ein „Recht auf Existenz“ und würden nicht verborgen. Lourdes sei ein „wunderschönes Laboratorium einer gelungenen Menschlichkeit“, das bereits einen Vorgeschmack darauf vermittle, „wie der Himmel sein könnte“. Leiden und Verletzlichkeit nähmen den Menschen nicht seine Würde, sondern gehörten zur Wirklichkeit es menschlichen Lebens.
Der Bischof erwartet, dass der Papst den Wallfahrtsort als einfacher Pilger besuchen und durch seine Nähe zu Kranken und Bedürftigen ein deutliches Zeugnis ablegen werde. Bei einer früheren Begegnung habe er den Papst als „äußerst aufmerksam“ erlebt. Leo XIV. sei gut vorbereitet gewesen und habe sich genau nach Lourdes und dessen Auftrag erkundigt.
Bischof Micas beobachtet zugleich Anzeichen einer religiösen Erneuerung in Frankreich: mehr Erwachsenentaufen, eine wachsende Zahl von Priesteramtskandidaten und mehr junge Pilger in Lourdes. Der Kampf gegen sexuelle Gewalt und kirchliche Skandale werde jedoch „sehr, sehr lange dauern“. Die Aufbrüche dürften daher nur als Ermutigung verstanden werden, weiter „einen Weg der Wahrheit, der Demut und des Glaubens“ zu gehen.
Unterdessen haben laut „Tribune Chrétienne“ 150 Leiter christlich geprägter Gesundheitseinrichtungeneinen einen offenen Brief mit dem Titel „Lasst uns Leiden lindern, ohne beim Sterben zu helfen!“ veröffentlicht: Sie lehnen es ab, dass ihre Einrichtungen gezwungen werden, Sterbehilfe oder assistierten Suizid durchzuführen.
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