Wie findet man zum Glauben an Gott, zur katholischen Kirche? Auf diese Frage gibt es, wenn man es genau nimmt, wohl so viele Antworten wie Gläubige, wobei natürlich alle Antworten mit der Gnade Gottes zusammenhängen. Der Weg der Konversion, den der US-Amerikaner Joe Schmid beschritten hat, steht dennoch exemplarisch für viele, die intellektuell mit dem Glauben ringen. Schmid, der derzeit an der prestigeträchtigen Universität Princeton ein Promotionsstudium in Philosophie absolviert, ist vor allem durch seinen YouTube-Kanal „Majesty of Reason“ (deutsch: Majestät der Vernunft) seit Jahren als scharfsinniger Agnostiker bekannt. Nun hat er in einem rund zwanzigminütigen Video seine Konversion zum katholischen Glauben bekannt gegeben. Nach drei Tagen wurde das Video bereits fast 121.000 Mal angesehen.
Wie also ist aus dem Zweifler Schmid ein bekennender Katholik geworden? Wenn der bekanntlich „religiös unmusikalische“ Jürgen Habermas vom zwanglosen Zwang des besseren Arguments sprach, so lässt sich mit Blick auf Schmids Konversion vielleicht von der Gnade des besseren Arguments sprechen. Je mehr er von klugen christlichen Philosophen wie Joshua Rasmussen über die Existenz Gottes erfuhr, umso mehr schwanden seine Zweifel. Der letzte und entscheidende Schritt hin zu der Überzeugung, dass nicht nur der Theismus im Allgemeinen – also der Glaube an die Existenz Gottes –, sondern der Katholizismus im Besonderen wahr ist, geschah durch die Auseinandersetzung mit den zahllosen, bestens dokumentierten Wundern: den Marienerscheinungen von Lourdes, Fatima und Zaitoun mit ihren Abertausenden von Zeugen; den akribisch dokumentierten eucharistischen Wundern und schließlich mit dem an Wundern überreichen Leben des heiligen Padre Pio.
Ethan Muse – wie Schmid ein junger Philosoph und YouTuber – hat sich tief in die Wunderthematik eingearbeitet und fokussiert sich in Debatten darauf, die Wahrheit des Katholizismus mit der mannigfachen Evidenz der Wunder zu belegen. Erfolgreich war er damit offenbar bei Joe Schmid, der seinen Freund Muse ausdrücklich als entscheidenden Einfluss nennt. Erstaunlich, dass gerade das Phänomen „Wunder“ einen Philosophen intellektuell packt. Sein Herz aber, so Schmid, sei durch zwei Heilige ganz besonders berührt worden: durch die heilige Maria Goretti und den heiligen Maximilian Kolbe. Die radikale, aus Liebe geborene Hingabe an andere, ja sogar an die Feinde, habe in ihm den wiederkehrenden Gedanken erzeugt: „Auch ich könnte ein Heiliger sein.“ Die Bekehrungsgeschichte des Joe Schmid zeigt die, wie er selbst sagt, „magnetische Anziehungskraft“ des Katholizismus.
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