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Kinder dieser Welt

Auch US-Katholiken befürworten mit überwiegender Mehrheit die Todesstrafe für Mörder. Die Kirche, die das Lebensrecht jedes Menschen im öffentlichen Bewusstsein verankern will, scheint hier zu scheitern.
Demonstration gegen die Todesstrafe vor dem US-Supreme-Court
| Gegenüber dem Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center befürworteten kürzlich 65 Prozent der US-Katholiken die Todesstrafe für Mörder.

Eine aktuelle Umfrage weist Amerikas Katholiken in der Frage der Todesstrafe für Mörder als Kinder dieser Welt aus. Gegenüber dem Meinungsforschungsinstitut Pew Research Center befürworteten kürzlich 65 Prozent der US-Katholiken die Todesstrafe für Mörder. Der Unterschied zu den Befragten insgesamt (66 Prozent pro Todesstrafe) ist nicht der Rede wert.

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Wer meint, die katholische Lehre, mit der das Ja zur Todesstrafe unvereinbar ist, pralle nur an bildungsfernen Schichten und gesellschaftlich abgehängten Hillbillys ab, irrt: Zwar liegt die Zustimmung zur Todesstrafe bei Nichtakademikern höher, doch weichen Hochschulabsolventen hier lediglich leicht vom Trend ab. Signifikante Unterschiede gibt es zwischen Wählern der Republikaner (84 Prozent pro) und der Demokraten. Doch auch 51 Prozent der Anhänger der Demokraten sind für die Todesstrafe.

Haltung zum Lebensrecht jedes Menschen zeichnet Katholiken aus

Gerade die Haltung zum Lebensrecht jedes Menschen zeichnet Katholiken in der Öffentlichkeit aus. Sie ist ein Leuchtturm für die Gesellschaft. Wer wenig oder nichts über die katholische Kirche weiß, hat dennoch oft mitbekommen, dass Katholiken gegen Abtreibung sind. Dass dieses Erkennungsmerkmal nicht auf das Nein zur Todesstrafe übertragbar ist, mag daran liegen, dass seit der einschlägigen Änderung des Katechismus aus dem Jahr 2018 erst relativ wenige Jahre verstrichen sind. Zwischen der treibenden Kraft hinter dieser Lehrentwicklung, Papst Franziskus, und Amerikas lehramtstreuen Katholiken herrschte zudem keine wirkliche Sympathie.

Ein Grund dafür, dass zwei Drittel der Amerikaner die Todesstrafe als moralisch gerechtfertigt ansehen, mag im dramatischen Anstieg von Gewaltverbrechen in den US-Städten liegen. Gleichwohl bleibt das Paradox, dass die Institution, die das Lebensrecht jedes Menschen im Bewusstsein der Öffentlichkeit verankern will, an der Todesstrafe zu scheitern scheint. Ob Papst Leo bei seinen Landsleuten die richtigen Worte findet?

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Regina Einig Katholikinnen und Katholiken Katholische Kirche Lebensrechtsbewegung Papst Franziskus Päpste Todesstrafe

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