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Erzbischof Gallagher: „Es ist dringend notwendig, die Feindseligkeiten zu beenden“

Der Heilige Stuhl will zur Beendigung des Krieges eine Vermittlerrolle zwischen Moskau und Kiew einnehmen. Russlands Außenminister Sergej Lawrow zeigt sich mittlerweile offener.
Lawrow und Gallagher
Foto: Imago/ZUMA Press | Erzbischof Paul Richard Gallagher (r.) und Sergej Lawrow vor einer Pressekonferenz im Gästehaus des russischen Außenministeriums. Der Dialog zwischen Russland und dem Heiligen Stuhl soll fortgesetzt werden.

Der Vatikan will im Krieg zwischen Russland und der Ukraine aktiv vermitteln. Das vom Staatssekretariat des Heiligen Stuhls kontrollierte Portal Vatican News veröffentlichte am späten Dienstagabend einen entsprechenden Bericht über die Gespräche, die der Außenminister des Papstes, Erzbischof Paul Richard Gallagher, derzeit in Moskau führt.

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In dem Bericht heißt es, Gallagher habe am Dienstag in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit seinem Amtskollegen Sergej Lawrow nach einem einstündigen Gespräch im Außenministerium Moskaus erklärt, der Heilige Stuhl sei „bereit, jede Bemühung zu unterstützen, um im aktuellen internationalen Kontext zu einem Frieden zu gelangen“. Man habe „in mehreren Punkten Konvergenz über prinzipielle internationale Fragen festgestellt“.

Es bestehe Einigkeit darüber, dass es wichtig sei, den Dialog zwischen Russland und dem Heiligen Stuhl fortzusetzen. Zu den Themen von gemeinsamem Interesse gehörten „humanitäre Initiativen, um einen Weg zum Frieden zwischen Russland und der Ukraine einzuschlagen“.

Appell des Papstes

Gallagher habe den Appell des Papstes unterstrichen, die Feindseligkeiten zwischen Russland und der Ukraine zu beenden und zu „wirklichen Verhandlungen“ mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft zu kommen. Der vatikanische Außenminister habe betont, dass der Konflikt „nicht mit militärischen Mitteln beendet werden kann“.

Vielmehr sei es essenziell, die Bedingungen für einen politischen und diplomatischen Prozess zu schaffen. In diesem Sinne habe Gallagher „Russland und die Ukraine aufgefordert, Zeichen der Öffnung und des guten Willens zu zeigen – und das internationale und das humanitäre Recht zu respektieren“. Dies betreffe die Zivilbevölkerung, die Infrastruktur, die Verletzten und die Kriegsgefangenen.

Gallagher habe betont, dass sowohl in der Ukraine als auch in Russland die Todesopfer und die Leiden der Zivilbevölkerung wachsen. „Es ist dringend notwendig, die Feindseligkeiten zu beenden und über die künftigen Beziehungen nachzudenken, um dem Hass die Nahrung zu entziehen“, so Gallagher.

Einigkeit über Zusammenarbeit in humanitären Fragen

Russlands Außenminister Lawrow habe seinerseits das lange Gespräch als „sehr nützlich“ bezeichnet und „die Öffnung des Heiligen Stuhls zum Dialog mit Russland begrüßt“. Über die Notwendigkeit zur Zusammenarbeit in humanitären Fragen sei man sich einig. In früheren Stellungnahmen hatte sich Lawrow ablehnend zu einer möglichen vatikanischen Friedensvermittlung geäußert.

Gallagher habe betont, dass jeder Erfolg in humanitären Fragen zur Linderung der Leiden und zur Wiederherstellung eines Minimums an wechselseitigem Vertrauen der Konfliktparteien beitragen könne. Dies werde auch Ziel der nächsten Russlandreise des päpstlichen Sondergesandten, Kardinal Matteo Zuppi, sein.

Abschließend habe Gallagher betont, dass der Heilige Stuhl „Räume des Dialogs“ schaffen und seine humanitären Bemühungen verstärken wolle. Zudem wolle der Vatikan seine „guten Dienste“ für die Erlangung eines Friedens anbieten. In der Sprache der Diplomatie ist dies eine Umschreibung für eine indirekte, aber aktive Rolle als Friedensvermittler.

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Nach dem Gespräch mit Lawrow traf Gallagher den Außenamtsverantwortlichen des Moskauer Patriarchats, den Metropoliten von Volokolamsk, Erzbischof Antonij. Dieser habe die „dauerhaften und herzlichen Kontakte“ zwischen beiden Kirchen sowie mit dem Heiligen Stuhl gewürdigt. DT/KNA

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