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Gänswein: Einschränkungen von „Traditionis Custodes“ aufheben

Benedikt XVI. habe den Frieden wiederherstellen wollen, so sein früherer Privatsekretär. Traditionelle Liturgie sei nicht konzilsfeindlich – besonders junge Menschen würden von ihrer Schönheit angezogen.
Georg Gänswein
Foto: IMAGO (www.imago-images.de) | Stellvertreter Benedikts auf Erden: Erzbischof Georg Gänswein.

Erzbischof Georg Gänswein hat sich für eine Aufhebung der Einschränkungen ausgesprochen, die Papst Franziskus 2021 mit dem Motu proprio „Traditionis Custodes“ eingeführt hatte. In einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „Il Giornale“ sagte der frühere Privatsekretär Benedikts XVI. und heutige Apostolische Nuntius in den baltischen Staaten, er habe einen entsprechenden Appell „mit Interesse gelesen“. Er hoffe auf eine „Entscheidung in diese Richtung“.

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Gänswein erinnerte daran, wie Benedikt XVI. auf „Traditionis Custodes“ reagiert habe. Als er dem emeritierten Papst den Text vorgelesen habe, habe er gesehen, „dass es ihm im Herzen wehtat“. Nun sei der „Kairos“, der günstige Moment, gekommen, „diese Verbote aufzuheben“ und den durch das Dokument verursachten Rückschlag zu überwinden.

Mit „Summorum Pontificum“ hatte Benedikt 2007 die Feier des vor 1970 geltenden römischen Ritus liberalisiert. Ziel sei es laut Gänswein gewesen, „einem Ritus, der nie abgeschafft worden war, das volle Recht zuzugestehen“, ihm wieder seinen Platz in der Kirche zurückzugeben und „den Frieden in der Liturgie wiederherzustellen“.

Summorum Pontificum habe Früchte getragen

Benedikt sei an Kritik gewöhnt gewesen, so Gänswein. Wenn er aber überzeugt gewesen sei, dass etwas richtig sei, habe er sein Ziel weiterverfolgt. Zwar habe er das Schisma um Erzbischof Marcel Lefebvre und die Priesterbruderschaft St. Pius X. persönlich als Schmerz erlebt. Das Motu proprio sei jedoch nicht so sehr auf eine mögliche Versöhnung mit den Lefebvrianern ausgerichtet gewesen, sondern vor allem „nach innen, auf die Kirche“. Schon als Präfekt der Glaubenskongregation habe Benedikt unbefriedigende Punkte bei der Umsetzung von „Ecclesia Dei“ gesehen; deshalb habe „etwas unternommen werden“ müssen.

Mit den Folgen von „Summorum Pontificum“ sei Benedikt nach Gänsweins Worten „sehr zufrieden“ gewesen. Er habe darin den Beginn einer Brücke gesehen, die zur Heilung der liturgischen Spaltung führen könne. Besonders vertraut habe er auf die jungen Menschen. Ein Ritus, der über viele Jahrhunderte gefeiert worden sei, müsse „unbedingt wiederbelebt werden“.

Gänswein betonte, „Summorum Pontificum“ habe „Früchte getragen“, vor allem bei jungen Menschen. Das zeige sich etwa an der wachsenden Teilnehmerzahl der Wallfahrt Paris-Chartres. Diese jungen Menschen nährten sich „von der Schönheit der Liturgie“ und seien keineswegs gegen das Zweite Vatikanische Konzil. Die Behauptung, wer eine traditionelle liturgische Sensibilität habe, sei konzilsfeindlich, nannte Gänswein ideologisch motiviert. (DT/jg)

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