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Heil werden mit Benedikt XVI.

Bei der dritten Ausgabe des Altöttinger Benedikt-XVI.-Forums steht Heilung im Mittelpunkt. Wie kann der Glauben dabei helfen? Ein Bericht.
Benedikt-XVI.-Forum Altötting
Foto: Andreas Wurm | Das Benedikt-XVI.-Forum in Altötting bot nicht nur theologisch fundierte Vorträge, sondern auch ein reiches geistliches Programm mit täglichen Pontifikalämtern, eucharistischer Anbetung und dem Rosenkranzgebet.

Das Benedikt XVI. Forum in Altötting ist zu einer festen Größe geworden: Bereits zum dritten mal fand es statt, in diesem Jahr vom 1. bis 5. Juli. Nicht nur das sommerliche Wetter trug zum Gelingen bei, vor allem das Thema „Heilung durch Glauben“ machte deutlich, dass die Theologie von Papst Benedikt XVI. jedem Menschen etwas zu sagen hat, weil sie Antworten auf die großen Fragen des Lebens gibt.

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Die hochkarätig besetzte Veranstaltung bot nicht nur theologisch fundierte Vorträge, sondern auch ein reiches geistliches Programm mit täglichen Pontifikalämtern, eucharistischer Anbetung und dem Rosenkranzgebet. Zudem ließ Stadtpfarrer Prälat Metzl durch die würdig gefeierte Liturgie und die hervorragende musikalische Gestaltung einen besonderen Raum der Gottesnähe entstehen. Als roter Faden zog sich dabei die Frage nach der heilenden Kraft des Glaubens durch das Programm: von Freiheit und der Wahrheit des Glaubens über Sünde und Erlösung bis hin zur geistigen Dimension von Heilung, den Sakramenten und der Fürsprache Mariens.

Neben Kurt Kardinal Koch, Ralph Weimann und Markus Graulich zählten Bischof em. Gregor Maria Hanke, Jan-Heiner Tück, Marius Reiser, Pater Anton Lässer und Franz Haringer zu den Referenten. Organisiert wurde das Forum von Fundatio Christiana Virtus e. V.

„Was die Wissenschaft nur erahnt, wird im Glauben Gewissheit“

Weimann, Professor am römischen „Angelicum“, thematisierte die Frage, wie der Glaube Verwundungen aus der Vergangenheit heilen könne. Er hob hervor, dass dieses Thema „in gewisser Weise zeitlos [ist], weil es von Generation zu Generation reicht“. Der Glaube besitze hier eine transformative Kraft: Auch wenn Vergangenes nicht ungeschehen gemacht werden könne, könne es im Licht Gottes neu gedeutet und innerlich verwandelt werden.

Heilung erschöpfe sich nicht im Körperlichen, sondern betreffe ebenso die seelische und geistige Dimension des Menschen. „Heilung braucht es nicht nur für den Leib, sondern auch für den Geist, weil Seele und Leib untrennbar zusammengehören“, so Weimann. Zugleich verwies er auf die erneuernde Kraft des Glaubens: „Was die Wissenschaft nur erahnt, wird im Glauben Gewissheit.“

Anschließend nahm Pater Anton Lässer das Verhältnis von „Heiligkeit, Heil und Heilung“ in den Blick. Ausgangspunkt war die Überzeugung, dass christliche Heilung immer im Raum der Gottesbeziehung geschieht und den ganzen Menschen betrifft. Daran anschließend entfaltete er drei Grundbewegungen: die Rückkehr zum Vater als Quelle der eigenen Identität, die ehrliche Wahrheit über das eigene Leben mit allem, was heilungsbedürftig ist, sowie das Verständnis des Menschen als Tempel des Heiligen Geistes, der zur Christusähnlichkeit berufen ist.

Aus dieser Grundstruktur leitete Lässer konkrete geistige Wege ab, die er als siebenfache Einübung christlicher Heiligkeit beschrieb: das Hören auf das Wort Gottes, die Teilnahme an den Sakramenten – besonders der Eucharistie –, das Gebet, Selbstdisziplin, der Dienst am Nächsten, das Üben der Tugenden sowie ein Leben, das von Liebe und Wohlwollen geprägt ist. Heiligkeit sei dabei kein Ausnahmezustand, sondern ein wachsender Prozess der Angleichung an Christus im Alltag.

Für die Umsetzung nannte er einfache Grundformen christlichen Lebens: die sonntägliche Eucharistie als Zentrum der Woche, das tägliche Gebet am Anfang und Ende des Tages sowie die Orientierung an den Geboten Gottes als gelebten Ausdruck der Liebe. So werde deutlich, dass Heil und Heiligkeit untrennbar miteinander verbunden sind und sich im konkreten Leben des Glaubens zeigen.

„Behörde der Dankbarkeit“

Die Abschlusspredigt von Kurt Kardinal Koch am Sonntag griff den geistigen Bogen des Forums erneut auf. Sie nahm ihren Ausgang bei einer Tagebuchnotiz von Max Frisch, der sich eine „Behörde der Dankbarkeit“ wünschte, die Menschen regelmäßig zur Dankbarkeit anhält. Koch übertrug diesen Gedanken auf die Gegenwart: Vielen Menschen falle es zunehmend schwer, grundsätzlich dankbar zu leben.

Als Ursache benannte er eine Haltung, die vieles als selbstverständlich nehme und dadurch den Blick für das Geschenk des Lebens verliere. Wo Dankbarkeit schwindet, so Koch, werde auch das Gebet geschwächt. Als Gegenbild stellte Koch das Gebet Jesu heraus, der den Vater auch in einer Situation äußerer Ablehnung preist. Dankbarkeit zeige sich damit nicht erst im Gelingen, sondern im Vertrauen auf Gottes Gegenwart gerade im Schwierigen. So werde das Gebet zur inneren Haltung der Dankbarkeit, die den Menschen verwandelt und ihn befähigt, das eigene Leben neu als Gabe zu sehen.

„Bei der Mutter sind wir daheim“

Besonders für die jüngeren Teilnehmer wurden die Tage in Altötting zu einer intensiven geistlichen und gemeinschaftlichen Zeit. Die Grundschul- und Religionslehrerin Carola Zahler, die mit dem „Jungen Benedikt Forum“ ein Begleitangebot für Jugendliche und junge Erwachsene im Rahmen des Hauptprogramms organisierte, hob das Zusammenspiel von theologischer Tiefe, Liturgie und Gemeinschaft hervor. Sie sprach vom Forum als einem „Gesamtpaket aus theologischen Vorträgen auf höchstem Niveau“, das die „knieende Theologie Benedikts XVI.“ weiterführe.

Für sie sei Altötting dabei mehr als ein Tagungsort, so Zahler. „Bei der Mutter sind wir daheim“ – das habe bereits Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch am 11. September 2006 an der Gnadenkapelle in Altötting gesagt. Und genau dieses „Daheimsein“ bei der Muttergottes ermögliche Erholung, Stärkung im Glauben und Heilung, wie sie viele Teilnehmer und auch sie selbst erfahren hätten.

Einer der rund 20 jungen Teilnehmer: der 17-jährige Johannes Hofmeyer. Für ihn zählten zu den Höhepunkten des Forums die feierlich gestalteten Pontifikalämter. Besonders eindrücklich sei zudem die eucharistische Stunde mit Anbetung und Chormusik gewesen.

Als wertvoll lobte Hofmeyer auch die persönlichen Begegnungen, darunter das Gespräch mit Kurt Kardinal Koch, der sich Zeit für die jungen Teilnehmer nahm, aber auch Ralph Weimanns Vortrag für Jugendliche und junge Erwachsene mit anschließendem Austausch. Nicht weniger wichtig seien die Begegnungen mit den anderen jungen Teilnehmern gewesen. Sie hätten gezeigt, dass man im Glauben nicht allein sei, sondern Teil einer lebendigen Gemeinschaft.

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