Mit dem neuen Bischof von Eichstätt verschieben sich die Gewichte in der Freisinger Konferenz: Auf den Benediktiner Gregor Hanke, der sich monastische Spiritualität und Umweltschutz auf seine persönliche Agenda geschrieben hatte, folgt ein Doktor beider Rechte, der Erfahrung in der Seminarleitung mitbringt.
Die synodalen Frontstellungen in der Heimat des „Neuen“ waren weitaus schärfer als im beschaulichen Altmühltal. Das Erzbistum Freiburg machte Schlagzeilen, als neun junge Frauen in gezielter Provokation im Collegium Borromaeum um Aufnahme baten. Würtz hat sich während der Synodalversammlungen anders positioniert als sein Vorgänger Hanke: Er stimmte für die Einrichtung eines Synodalen Rats, für die lehramtliche Neubewertung der Homosexualität und für den Grundtext, der den Zugang von Frauen zu Weiheämtern forderte. Mit Loyalität gegenüber dem Ordinarius wird man dieses Abstimmverhalten nicht erklären können, der Freiburger Erzbischof Stephan Burger enthielt sich bei strittigen Themen.
Jung genug, um ältere Mitbrüder zu entlasten
Gleichwohl wird man Weihbischof Würtz auch nicht einfach als Mainstreamtheologen abqualifizieren dürfen, denn gerade in der Frage des Weiheamts der Frau äußerte er sich jenseits der Synodalversammlungen durchaus klar: Das Ringen um „Ordinatio sacerdotalis“ ist für ihn eine Gelegenheit, „die theologische Tiefe dieser Lehre neu zu erschließen.“ Dieses Ringen muss aus seiner Sicht in loyaler Verbundenheit mit der Kirche geschehen. Er erwarte, „dass auch die Lehre der Kirche in den Lehrveranstaltungen dargestellt und vermittelt wird“, sagte er in einem CNA-Interview.
Dass endgültige Lehraussagen nicht einfach per Mehrheitsbeschluss revidiert werden können, ist dem designierten Eichstätter Bischof nach eigener Aussage bewusst. Mit 55 Jahren ist der „Neue“ jung genug, um ältere Mitbrüder in der Freisinger Bischofskonferenz zu entlasten: Der zuletzt gesundheitlich angeschlagen wirkende Münchner Kardinal Reinhard Marx könnte das Amt des Großkanzlers der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt wieder dem Ortsbischof übertragen. An der KU wäre man dem Vernehmen nach darüber nicht unglücklich.
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