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Gott schafft das

Medjugorje ist ein Ort des Friedens. Eine Wallfahrt dorthin löst eine tiefe innere Ruhe aus.
Medjugorje Heilige Messe
Foto: Imago | Seit 45 Jahren strömen Pilger in das Bauerndorf Medjugorje in der Herzegowina. 1981 soll dort die Jungfrau Maria einer Gruppe von sechs jugoslawischen Kindern erschienen sein.

„Dass ihr alle hier in diesem Bus sitzt, ist kein Zufall, die Muttergottes ruft euch persönlich“, sagt die Dame auf der Busfahrt nach Medjugorje, die gemeinsam mit ihrem Ehemann die Wallfahrt organisiert. Bereits als wir ankommen, kann ich einen himmlischen Frieden spüren, der sich durch die ganze Wallfahrt ziehen wird. Die Menschenmengen auf dem Weg zur Kirche beeindrucken mich. Die starke Verbundenheit im Gebet und die Überzeugung im Glauben der Menschen sind bemerkenswert. Dieser Gnadenort ist eine wahre Oase der Liebe, die die Menschen zur Nächstenliebe antreibt, denn „das sicherste Zeichen für das Vorhandensein der Gottesliebe ist die deutlich erkennbare Nächstenliebe“ (Edith Stein).

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Als ich mit meinen Eltern in der Kirche sitze – an dieser Stelle sei erwähnt, dass wir unglaubliches Glück hatten, überhaupt einen Sitzplatz zu bekommen, da die Kirche stets vollständig gefüllt ist –, empfinde ich eine tiefe innere Ruhe. Die vielen Priester, Menschen unterschiedlichen Alters sowie die langen Schlangen vor den Beichtstühlen berühren mein Herz. Mir wird bewusst, wie entscheidend der gelebte Glaube für die Menschen ist, denn „die Taten, die du heute vollbringst, mögen für manche Menschen die einzige Predigt sein, die sie heute hören werden“ (Franz von Assisi).

Eine himmlische Geborgenheit

Als die Reisegruppe und ich den steilen Kreuzberg hinaufsteigen und wir an den einzelnen Stationen des Kreuzweges beten, wird, auch wenn nur für einen winzigen Teil spürbar, welches Leid Jesus auf sich genommen haben muss, um die Menschheit zu erlösen. Durch das Aufsteigen fühle ich mich im wahrsten Sinne des Wortes „dem Himmel nahe“ und spüre eine himmlische Geborgenheit. Darüber hinaus kann ich am Erscheinungsberg eine prägende Erkenntnis für meinen Alltag gewinnen: Gott ist mitten in der Angst, auch wenn ich ihn nicht spüre, und wenn ich mich am schwächsten fühle, so ist Gott mir am nächsten. Paulus erkannte die Größe seiner Schwachheit, schließlich sagt er: „Wenn ich schwach bin, bin ich stark“ (2 Kor 12, 10). Angst kann in gesellschaftlichen Kontexten als Ausdruck mangelnder Stärke interpretiert werden, was nicht selten mit der Erwartung des Scheiterns verknüpft wird. Doch Gott sieht das anders. Er erwählt die Schwachen, damit an diesen seine Größe und Herrlichkeit sichtbar wird.

Der Spruch „ich schaffe das“ lässt sich im katholischen Glauben eher übersetzen in „Gott schafft das“, schließlich ist er der Allmächtige, der uns schwachen Menschen verhilft und das Unmögliche möglich macht. Angst kommt nicht von Gott, möchte uns aber zu Gott führen. Daher sollte sie nicht gleich negativ assoziiert werden, denn sie ist eine hervorragende Chance, um im Gottvertrauen zu wachsen und die eigene Kontrolle in Gottes Hände abzugeben. Denn ein Leben in Gottvertrauen bedeutet, wie ein Bungeespringer in die Tiefe zu springen, im festen Vertrauen darauf, dass Gott den Fallschirm ausbreitet.

Der wunderbare Frieden, der in Medjugorje herrscht, ist ein himmlischer Aufruf an die Christen, den Frieden und die Liebe tief in unseren Herzen zu tragen und an alle Menschen weiterzutragen. „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen“ (1 Korinther 13,13).

Die Autorin ist 28 Jahre alt und hat Grundschullehramt studiert.

Das 37. Internationale Jugendfestival (Mladifest) in Medjugorje findet vom 1. bis 6. August statt und steht unter dem Motto „Ad fontem!“ (Zur Quelle).

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