Das Thema Künstliche Intelligenz (KI) ist derzeit virulent, nicht erst, seitdem der Hauptgeschäftsführer des Osteuropa-Hilfswerks Renovabis, Thomas Schwartz, in dieser Zeitung zugegeben hatte, beim Verfassen einiger Beiträge, die er in diversen Medien veröffentlicht hatte, der KI-Versuchung erlegen zu sein. Jetzt hat auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und neue Bischof von Münster, Heiner Wilmer, vor blindem Vertrauen in Computertechnologie und KI gewarnt.
Wie er laut einem Bericht der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) am Sonntag in Münster betonte, eröffne dieser technische Fortschritt zwar große Chancen für die Medizin oder die Kommunikation, der Mensch dürfe jedoch niemals auf einen Datensatz oder einen Algorithmus reduziert werden. Wörtlich sagte Wilmer: „Der Mensch ist mehr als ein Datensatz.“ Die Verantwortung für Entscheidungen über Leben und Tod sowie über ethische Fragen trage immer noch der Mensch. Daher müsse mehr in „Urteilsfähigkeit und Gewissenskraft“ investiert werden als in „noch mehr Algorithmen“.
KI kennt keine Empathie
Mit Verweis auf die kürzlich veröffentlichte Enzyklika „Magnifica humanitas“ von Papst Leo XIV. betonte der DBK-Chef, dass nicht die Technik, sondern die Würde des Menschen Maßstab allen Handelns bleiben müsse. Künstliche Intelligenz könne vieles leisten, so Wilmer weiter, „aber sie kennt keinen Schmerz. Sie kennt keine Empathie.“
Geäußert hatte sich der Bischof bei der sogenannten Großen Prozession in Münster, die laut KNA jedes Jahr am ersten Sonntag im Juli stattfindet und auf das Jahr 1382 zurückgeht. Damals starben mehr als 8.000 Menschen an der Pest. Im Jahr darauf zerstörte ein Großbrand 400 Wohnhäuser der Stadt. Als Reaktion darauf beschlossen Bürger und Geistliche, eine Buß- und Bittprozession zu halten. An der diesjährigen Großen Prozession nahmen nach Angaben des Bistums mehrere hundert Menschen teil. DT/dsc
Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.










