Lebensschutz

Im Zeichen des Lebensschutzes

Geplanter Kongress von Lebensrechtlern stößt im Remstal auf Widerstand – Fraueninitiative kündigt Proteste an.
Geplanter Kongress von Lebensrechtlern stößt im Remstal auf Widerstand
Foto: IMAGO/Christian Ditsch (www.imago-images.de) | Wie es im dem Einladungsflyer heißt, beziehe der „breit aufgestellte, ökumenische Kongress“ Position „für einen konsequenten und uneingeschränkten Lebensschutz“.

Vom 21. bis 23. Oktober findet im Haus Schönblick in Schwäbisch Gmünd der vom Bundesverband Lebensrecht (BVL) veranstaltete Kongress „Leben.Würde“ statt. In der ehemaligen Reichsstadt im ostwürttembergischen Remstal, rund 50 Kilometer von Stuttgart gelegen, warten nicht nur hochkarätige Vorträge und Workshops zu zahlreichen Lebensrechtsthemen auf die Teilnehmer. Laut dem Veranstalter soll der Kongress auch dazu dienen, Lebensrechtler besser zu vernetzen und Tipps zu geben, wie Interessierte „in Ihrem Alltag das Recht auf Leben unterstützen und Lebensschützer sein können“.

Referenden breit aufgestellt

Wie es im dem Einladungsflyer heißt, beziehe der „breit aufgestellte, ökumenische Kongress“ Position „für einen konsequenten und uneingeschränkten Lebensschutz“. Ärzte, Biologen, Philosophen, Juristen, Theologen, Politiker, Journalisten und Experten von Lebensrechtsorganisationen gäben dabei „Orientierung und neue Impulse“. Die Schirmherrschaft über den Kongress, zu dem sich laut Angaben des BVL bereits mehr als 250 Teilnehmer angemeldet haben, haben die ehemalige Ministerpräsidentin von Thüringen, Christine Lieberknecht (CDU), und Passaus Bischof Stefan Oster übernommen.

Dabei dürften „Tagespost“-Leser viele der hochkarätigen Referenten bereits kennen: Ob es sich um die Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz, deren Vortrag am Samstag morgen mit Frage „Von welcher Würde spricht der Leib?“ überschrieben ist, die Moraltheologin Katharina Westerhorstmann („Die Würde des Menschen ist … verletzbar oder: Warum wir einander brauchen“), den Sozialethiker Manfred Spieker („Kinderwunsch und Reproduktionsfreiheit. Was sagen Medizin, Sozialethik und Kirchen?“ oder den Medizinrechtler Rainer Beckmann („Rechtsschutz für Ungeborene? Die vergessene Schutzpflicht des Staates“) handelt – Leser dieser Zeitung treffen hier auf „gute Bekannte“. Vergleichbares gilt zweifellos auch für die Publizistin und Buchautorin Birgit Kelle, deren „Tagespost“-Kolumne „Ungeschminkt“ für viele Leser zum festen Bestandteil ihrer wöchentlichen Lektüre gehört.

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Medizinisch Interessierte dürften beispielsweise bei den Vorträgen der Geburtsmedizinern Susanne van der Velden („Natürlich schwanger werden und bleiben – moderne Medizin bei unerfülltem Kinderwunsch“) und Michael Kiworr („Unser Leben neun Monate vor der Geburt – Einblicke in eine faszinierende und gefahrvolle Zeit“) oder des Kinderarztes und Perinatalmediziners Holm Schneider („Therapie im Mutterleib?“) wertvolle Informationen und lohnende Einblicke aus erster Hand erhalten. Verschiedene Aspekte des oft schwierigen Verhältnisses von Lebensschutz und Politik nehmen die CDU-Politiker Sylvia Pantel, Hubert Hüppe und Alexander Krauß sowie der SPD-Politiker Robert Antretter in den Blick.

Mit von der Partie sind auch die Vertreter zahlreicher Lebensschutzorganisationen. Angefangen bei der Vorsitzenden des BVL, Alexandra Linder, über die Bundesvorsitzende der „Aktion Lebensrecht für Alle“, Cornelia Kaminski, oder der Ehrenvorsitzenden der „Christdemokraten für das Leben“, Mechthild Löhr, und dem Vorsitzenden der „Ärzte für das Leben“, Paul Cullen, um nur einige zu nennen.

Für Christen nicht unwichtig: Das Programm gibt auch Gelegenheit, den christlichen Glauben gemeinsam zu bekennen und zu feiern. Neben einem Nachtgebet (Freitag, Samstag) und einem Morgenlob (Samstag) gibt es am Sonntag auch einen Ökumenischen Gottesdienst mit Weihbischof Thomas Maria Renz, dem ehemaligen Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche im Sprengel Mecklenburg und Pommern, Hans-Jürgen Abromeit, und dem Bischof der koptisch-orthodoxen Kirche in Norddeutschland, Anba Damian. Das vollständige Programm kann als PDF von der Webseite des Bundesverband Lebensrecht (https://www.bundesverband-lebensrecht.de) heruntergeladen werden. Live vor Ort vertreten wird neben der Evangelischen Nachrichtenagentur „idea“ auch die katholische Wochenzeitung „Die Tagespost“ sein.

Demonstrationen sind angekündigt

Die „Fraueninitiative Schwäbisch Gmünd“ hat Proteste angekündigt und für Samstag, den 22. Oktober, gar eine Demonstration auf dem Marktplatz von Schwäbisch Gmünd angemeldet. Die Lebensrechtler verträten „reaktionäre, christlich-fundamentalistische Positionen und ein Weltbild“, das gesellschaftliche Errungenschaften akut bedrohe und zurückdrehen wolle, heißt es zur Begründung in einem Aufruf der Organisation. Und weiter: Mit dem „Who is Who der ewig Gestrigen“ solle „Schwäbisch Gmünd nun zur Plattform für diese lebensfeindliche und rückwärtsgewandte Politik werden“.

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