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„Synodaler Weg“: Präsente, apostolische Seelsorger gewünscht

Konservative Katholiken erklären, was Sie sich von den deutschen Bischofen zu Beginn des „Synodalen Wegs“ erhoffen: eine Stärkung der katholischen Sexualmoral, des Priesteramtes sowie die Beachtung der Vorgaben von Papst Franziskus an das „pilgernde Volk Gottes in Deutschland“.
Der "Synodale Weg" beginnt
Foto: Arne Dedert (dpa) | „Habt keine Angst! Fürchtet euch nicht!“ Johannes Paul II. hätte Katholiken die „beste und schönste Botschaft der Welt“ hinterlassen, meint Benno Schwaderlapp.

„Starke Ehen und starke Singles“ sowie „präsente, apostolische Seelsorger“: Das wünscht sich die „Initiative Pontifex“ von den deutschen Bischöfen zum Beginn des „Synodalen Wegs“. Die Sexualmoral der Kirche sei derzeit ihr markantestes Alleinstellungsmerkmal, erklärte Benno Schwaderlapp, Sprecher des katholischen Mediennetzwerkes, gegenüber dieser Zeitung. „Keuschheit in und außerhalb der Ehe sowie die Offenheit für Nachwuchs sorgen im heutigen Sortiment der Lebensform-Modelle für hochgezogene Augenbrauen - und erwecken gleichzeitig Interesse.“ Vor allem praktizierende, alleinstehende Katholiken und materiell belastete Familien bräuchten dringend gute Pastoralangebote, „die sie in der Christusnachfolge kräftigen“.

"Unterstützung und Wertschätzung" für Priester

Zudem würden Priester und Priesteramtskandidaten „Unterstützung und Wertschätzung“ benötigen, so Schwaderlapp weiter. Die zölibatäre Lebensform ermögliche es dem Priester, sich völlig der Sorge um die Gläubigen zu widmen und die Sakramente zu spenden. „Welche administrativen und zeitlichen Hürden halten einen Priester davon ab, seinem Hirtenamt und der Sakramentenspendung nachzukommen? Welche Aufgaben können wir Laien ihnen abnehmen, damit die Priester wieder mehr in direkten Kontakt mit den ihnen anvertrauten Menschen kommen?“

Der heilige Papst Johannes Paul II. habe den jungen Menschen einen einfachen Satz mit auf den Weg gegeben: „Habt keine Angst! Fürchtet euch nicht!“ Damit hätten Katholiken die „beste und schönste Botschaft der Welt“. Die Bischöfe sollten führen und leiten, damit die Botschaft fruchtbar werde.

Die Brücke für einen gemeinsamen Weg betreten

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Das „Forum Deutscher Katholiken“ indes fordert die Bischöfe dazu auf, das Schreiben von Papst Franziskus an das „Pilgernde Volk Gottes in Deutschland“ zu beachten, „und zwar ganz ohne Abstriche“. Gegenüber der „Tagespost“ erklärte Hubert Gindert, Vorsitzender und Sprecher des Forums, wenn die deutschen Bischöfe an der Einheit der Kirche in Deutschland interessiert seien, müssten sie „die Brücke für einen gemeinsam Weg“, den der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer und der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki bereits vorgeschlagen hätten, auch betreten.

„Die Katholiken, die meinen, keiner wisse mehr, was noch gilt“, hätten auch jetzt im Katechismus der katholischen Kirche (KKK) einen sicheren Kompass. „Denn allen steht der KKK, der das gesamte Glaubensgut der Kirche umfasst, zur Verfügung.“ Dieser stehe über den Bischöfen und über dem Papst.

DT/mlu

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