Wenn der neue Apostolische Nuntius, Erzbischof Hubertus van Megen, die Kirche in Deutschland als „alt und grau“ beschreibt, dann auch deshalb, weil er eine andere kirchliche Wirklichkeit kennengelernt hat: die Kirche in Afrika. Wie ACI Africa, die englischsprachige Partneragentur von CNA Deutsch, berichtete, blickte van Megen mit Wehmut auf seine siebenjährige Mission in Kenia zurück.
Er verlasse das Land schweren Herzens, gestand der Erzbischof. Er versuche, „den Abschied so lange wie möglich hinauszuzögern, denn das ist immer schwer“, sagte er in Kenia. Die pastorale Realität, die ihn nun in Deutschland erwarte, unterscheide sich deutlich von den Erfahrungen, die er in Ostafrika gemacht habe.
Deutschland ist „fast ein Heimspiel“
Zwar kenne er Deutschland sehr gut. Das Land sei „fast ein Heimspiel“. Der aus der Provinz Limburg stammende van Megen wuchs an der deutschen Grenze auf, kennt Sprache und Kultur und bezeichnet sich selbst als „halb Deutscher“. Wörtlich erzählt er: „Schon als Kinder überquerten wir die Grenze, um nach Deutschland zu gelangen. Um zu spielen oder mit meinen Eltern einkaufen zu gehen. Oder manchmal sogar, um dort in die Kirche zu gehen.“ Deutschland sei ihm also nicht fremd.
Sie ein „ein bisschen wie die Kirche in meinem eigenen Land. Sie ist wie ich. Alt und grau“. Der Kontrast zur Kirche in Kenia könnte größer nicht sein: Van Megen beschrieb sie als jugendlich, hoffnungsvoll und geistlich lebendig, „eine Kirche voller guter Menschen und schlechter Menschen, wie überall. Und alte und junge Menschen, wissen Sie. Eine Kirche mit Zukunft.“ Dennoch freue er sich auf seine neue Aufgabe in Deutschland, erklärte der Niederländer jüngst gegenüber "Radio Vatikan". Er sehe sich als kirchlicher Brückenbauer, der am Anfang vor allem zuhören werde, um die Anliegen der Gläubigen zu verstehen.
Niederländische Medien beschreiben van Megens neue Aufgabe in Deutschland als Schlüsselrolle in einem kirchlichen „Wespennest“. Papst Leo XIV. habe den erfahrenen Vatikan-Diplomaten bewusst nach Deutschland entsandt — auch als Signal dafür, dass der Reformprozess in Deutschland stärker eingehegt werden solle. DT/dsc
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