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Die Mongolei ist wichtiger

Franziskus verteilt im August viele Kardinalshüte. Den Großerzbischof der ukrainischen Katholiken lässt der Papst aber leer ausgehen.
Papst Franziskus
Foto: IMAGO/VATICAN MEDIA / ipa-agency.net (www.imago-images.de) | Als Papst Franziskus die Namen der neu erwählten Kardinäle verlas, richtete sich der Blick auf die Kirchenführer, die wieder einmal leer ausgegangen sind.

Natürlich hat man bei der Liste der 21 neuen Kardinäle (davon 16 Papstwähler), die Papst Franziskus am kommenden 27. August in seinen „roten Senat“ aufnehmen wird, wieder einmal auf die „Exoten“ geschaut. So auf den 48 Jahre alten Missionar Giorgio Marengo, der, aus Piemont stammend, als Apostolischer Präfekt einer kleinen Gemeinde von Katholiken in Ulan Bator in der Mongolei vorsteht.

Bald aber schon richtete sich am vergangenen Sonntag, als Franziskus die neu Erwählten nach dem „Regina coeli“ verlas, der Blick auf die Kirchenführer, die wieder einmal leer ausgegangen sind, obwohl ihnen der Kardinalspurpur wegen der Würde ihres Sitzes oder persönlicher Verdienste auch gut stehen würde. So wird José Gomez, Erzbischof der großen und schwierigen Erzdiözese Los Angeles und Vorsitzender der Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten, zusehen müssen, wie der Kardinalshut an ihm vorbeizischt und auf dem Kopf seines Suffragans Robert McElroy von San Diego landet, von dem man eigentlich nur weiß, dass er zu den liberalen Knochen im Kosmos der amerikanischen Bischöfe zählt.

Eine Geste, die ausbleibt

Doch noch einer fehlt, den man erwartet hätte: Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk aus Kiew, der jetzt in beeindruckender Weise an der Seite der mit Rom unierten Katholiken in der Ukraine steht, die unter dem russischen Angriffskrieg fürchterlich leiden. Die drei Vorgänger von Schewtschuk an der Spitze der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine – Ljubomyr Husar, Myroslaw Iwan Ljubatschiwskyj und Jossyf Slipyj – waren alle Kardinal.

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Eine andere Frage ist die, ob der Papst dem Sitz des Oberhaupts der ukrainischen Katholiken des byzantinischen Ritus die Patriarchatswürde verleiht, wie das auch bei den mit Rom unierten Maroniten, Melkiten oder Chaldäern der Fall ist. Aber jetzt ging es nur darum, ob Franziskus den Katholiken in der Ukraine in ihrem Überlebenskampf gegen den russischen Aggressor mit einer Geste der Solidarität und Verbundenheit den Rücken stärkt. Mehr würde es nicht sein, wenn der Papst im August auch Großerzbischof Schewtschuk in das Kardinalskollegium aufnehmen würde, auch wenn zusätzlich viele historische Gründe dafür sprechen. Aber es hätte ein symbolisches Gewicht. Die Ukrainer werden es bedauern, dass Franziskus dazu nicht bereit ist.

Stattdessen ein Treffen mit Kyrill?

Stattdessen haben der Vatikan und die Regierung von Kasachstan am Dienstag bestätigt, dass Franziskus im September dieses Jahres an einem Weltkongress der Religionen in Nur-Sultan (früher Astana) teilnehmen werde. Zu diesem Treffen hat sich auch der Moskauer Patriarch Kyrill angemeldet. Eine Gelegenheit also, dass der Papst und das Oberhaupt der Russisch-Orthodoxen Kirche doch noch persönlich zusammentreffen? Dass Franziskus eine Reise nach Kasachstan nicht scheut, um mit Putins „Messdiener“ (O-Ton Franziskus) Kyrill zu sprechen, aber Schewtschuk bei den Kardinalsernennungen im August übergeht, wird man den Ukrainern nur schwer erklären können. 

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