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USA: Erzbischof Gomez beklagt Anstieg der „Wokeness“

Der Erzbischof von Los Angeles, José Gomez, kritisiert den Anstieg neuer säkularer Ideologien und die zunehmende „Wokeness“ in den USA.
Vorsitzender der US-Bischofskonferenz Gomez
Foto: Paul Haring (KNA) | "Wir erkennen, dass oftmals Perspektiven gecancelt und korrigiert werden, die in christlichen Glaubensüberzeugungen verhaftet sind", kritisiert Gomez.

Der Erzbischof von Los Angeles und Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, José Gomez, hat die Zunahme neuer säkularer Ideologien und Bewegungen für eine Gesellschaftsänderung in den USA diskutiert. In einer Rede, die Gomez per Videoschalte auf dem Congress of Catholics and Public Life in Madrid hielt, unterstrich er, dass es wichtig für die Kirche sei, „sich mit diesen neuen Bewegungen zu befassen“ – aber nicht in sozialer oder politischer Hinsicht, sondern indem man sie als einen „gefährlichen Ersatz für die wahre Religion“ wahrnehme.

Zutiefst atheistische Theorien und Ideologien

Die heutigen kritischen Theorien und Ideologien seien zutiefst atheistisch: „Sie stellen die Seele und die spirituelle transzendente Dimension der menschlichen Natur in Abrede; oder sie glauben, dass sie für das menschliche Glück irrelevant seien“. Seiner Ansicht nach müssten die neuen gesellschaftlichen Bewegungen, die es in den USA gibt - wie die für „soziale Gerechtigkeit“, „Wokeness“, „Identitätspolitik“ oder „Intersektionalität“ als „Pseudo-Religionen oder sogar als Ersatz und Rivale für traditionelle christliche Glaubensüberzeugungen“ begriffen werden.

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Diese reduzierten das, was es bedeutet, ein Mensch zu sein, „auf hauptsächlich körperliche Merkmale – auf unsere Hautfarbe, unser Geschlecht, unsere Gendervorstellungen, unseren ethnischen Hintergrund oder auf unsere Stellung in der Gesellschaft“. Mit dem „Zusammenbruch des jüdisch-christlichen Weltbildes und dem Aufkommen des Säkularismus haben – auf sozialer Gerechtigkeit oder persönlicher Identität basierende - politische Glaubenssysteme den Raum gefüllt, den einst christlicher Glaube und christliche Praxis einnahmen“, betonte Gomez in seiner Ansprache.

Die heutigen gesellschaftlichen Bewegungen habe er mit der marxistischen verglichen und bemerkt, dass sie weiteren Häresien aus der Kirchengeschichte ähnelten. „Wie die Gnosis“, so Gomez weiter, „lehnen sie die Schöpfung und den Leib ab. Sie scheinen zu glauben, dass Menschen zu all dem werden können, was wir auch immer uns entscheiden zu sein“. Darüber hinaus leugneten diese Bewegungen die Erbsünde und glaubten, „dass Erlösung durch unsre eigenen menschlichen Bemühungen – ohne Gott - vollbracht werden kann“.

Christliche Perspektiven "gecancelt"

Außerdem kritisierte Gomez: „Wir erkennen, dass oftmals Perspektiven gecancelt und korrigiert werden, die in christlichen Glaubensüberzeugungen verhaftet sind – Überzeugungen über das menschliche Leben und die menschliche Person, über Ehe, Familie und weiteres“. 

Die neuen gesellschaftlichen Bewegungen und Ideologien seien bereits „seit vielen Jahren in unseren Universitäten und kulturellen Einrichtungen gesät und vorbereitet worden“. Während es in den USA einzigartige Voraussetzungen dafür gegeben habe, könnten in Europa „ähnliche deutliche Muster einer aggressiven Säkularisierung“ erkannt werden. Die Aktiven in derartigen Bewegungen nannte Gomez eine „Elite-Führungsschicht“, die „wenig Interesse an Religion und keine echte Bindung an die Nation hat, in der sie lebt, und auch nicht an örtliche Traditionen oder Kulturen“.

Welt wird in Unschuldige und Opfer eingeteilt

Die christliche Heilsgeschichte habe Gomez im Widerspruch zu dem geschildert, was er die „woke Geschichte“ nannte, „die ihre Stärke aus der Einfältigkeit ihrer Erklärungen bezieht – die Welt wird in Unschuldige und Opfer eingeteilt, in Verbündete und Kontrahenten“. Natürlich sei dies, so Gomez weiter, „ein machtvolles und attraktives Narrativ für Millionen von Menschen in der amerikanischen Gesellschaft und in den Gesellschaften des gesamten Westens. Tatsächlich fördern und lehren viele führende Unternehmen, Universitäten und sogar öffentliche Schulen Amerikas aktiv diese Sichtweise“.

Wir alle wollen ja, unterstrich Gomez, „eine Gesellschaft erbauen, die jeder Person Gleichheit, Freiheit und Würde bietet“. Doch wir „können eine gerechte Gesellschaft nur auf dem Fundament der Wahrheit über Gott und die menschliche Natur aufbauen“. Um sich mit den sozialen Bewegungen zu befassen, müsse die Kirche „Jesus Christus verkünden. Mutig und kreativ“. Die Welt brauche „keine neue säkulare Religion, um das Christentum zu ersetzen“. Wir alle sollten bessere Zeugen, bessere Christen sein: „Beginnen wir mit Vergebung, Liebe und Opfern für andere und legen wir Groll und Neid beiseite“.  DT/ks

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