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DBK-Vorsitz: Wer folgt auf Bätzing?

Von Favoriten bis Kompromisskandidaten für den Posten des Vorsitzenden der deutschen Bischöfe: Ein Überblick über Chancen und Profile.
Spekulationen um Bätzing-Nachfolge
Foto: IMAGO/Peter Back (www.imago-images.de) | Die Deutschen Bischöfe wähöen im Mörz einen neuen Vorsitzenden.

Nachdem bekannt wurde, dass der Limburger Bischof Georg Bätzing für eine Wiederwahl als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK)  nicht zur Verfügung steht, wird hinter den Kulissen schon diskutiert, wer seine Nachfolge antreten – und damit eine mögliche neue inhaltliche Weichenstellung der DBK vornehmen könnte. Vom 23. bis 26. Februar werden sich die deutschen katholischen Bischöfe in Würzburg treffen, um aus ihren Reihen einen Nachfolger zu wählen. 

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Von den 59 Mitgliedern der Vollversammlung kommen, entsprechend der Zahl der Bistümer, nur die 27 Diözesanbischöfe als Vorsitzende in Frage. Weihbischöfe dürfen zwar wählen, aber nicht gewählt werden. Die Bistümer Eichstätt und Münster sind derzeit vakant, sodass theoretisch 25 Kandidaten für die Wahl infrage kommen.

Bentz und Wilmer sind aussichtsreiche Kandidaten

Betrachtet man die aktuellen Prognosen, reduziert sich der Kreis der potenziellen Kandidaten noch einmal deutlich: Nach Einschätzung kirchlicher Beobachter gilt derzeit der Paderborner Erzbischof Udo Markus Bentz als aussichtsreichster Kandidat. Direkt danach werden dem Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer Chancen eingeräumt.

Bentz wird als ausgleichende, konsensorientierte Persönlichkeit wahrgenommen, die den deutschen Reformkurs einerseits nicht infrage stellt, andererseits aber stärker als Bätzing auf innerkirchliche Einheit und einen versöhnenden Ton gegenüber Rom setzt. Dadurch könnte er sowohl bei Reformern als auch bei konservativen Bischöfen punkten.

Bei der Vollversammlung im vergangenen Herbst warnte er seine Mitbrüder, sich „nicht im Krisenmodus zu verrennen“ und warb für eine „synodale Kultur, die der wirklichen Vielfalt dieses Gottesvolkes entspricht, um prophetische Stimmen wahrnehmen zu können und zu Wort kommen zu lassen“. Zudem stellte er kritische Fragen zur Reflexion des Synodalen Wegs, wie etwa, ob dieser „wirklich mehr Tiefe und Zeugnis unserer Christusbeziehung als Organisation und Funktion“ im Blick habe.

Möglicherweise war es diese Predigt, die ihn besonders ins öffentliche Bewusstsein rückte. Bentz könnte der Kandidat sein, der angesichts innerkirchlicher Spannungen und des angespannten deutsch-römischen Verhältnisses von vielen Bischöfen als tragfähige Kompromisslösung gesehen wird. Außerdem harmoniert sein Wahlspruch „Ehre sei Gott – Friede den Menschen“ mit der Priorität von Papst Leo XIV., dessen Hauptanliegen derzeit der Frieden in der Welt ist.

Wilmers Stärken

Auch Bischof Heiner Wilmer genießt über die Lager hinweg Vertrauen. Im Gegensatz zu Bentz spricht Wilmer, der einst als Kandidat für das Amt des Präfekten des Glaubensdikasteriums gehandelt wurde, fließend Italienisch, was die direkte Kommunikation mit römischen Dikasterien erleichtern würde. Er hat längere Zeit in Rom studiert und an römischen Hochschulen gearbeitet, sodass Italienisch für ihn eine aktive Arbeitssprache ist. Zudem gilt er als ökumenisch gut vernetzt und als Bindeglied zwischen den Lagern innerhalb der deutschen Kirche.

Reformoffen in kirchlichen Fragen, hat er öffentlich klare pro-römische Positionen vertreten und Reformforderungen des Synodalen Wegs nicht kritiklos übernommen. In einem Beitrag der Online-Zeitschrift „Communio“ korrigierte er beispielsweise die auf dem Synodalen Weg verbreitete Interpretation des „sensus fidei“ und lenkte den Blick auf den Geist Gottes, der die Kirche baue.

Kandidaten mit weniger Erfolgschancen

Neben Bentz und Wilmer werden vereinzelt weitere Namen genannt, allerdings mit deutlich geringeren Erfolgsaussichten. Dazu zählen Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen und Militärbischof. Besonders Overbeck dürfte vor allem unter den konservativen Bischöfen durchfallen, zumal er besonders reformentschlossen auftritt und damit eher polarisierend wirken dürfte. Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf gilt als reformoffen, aber weniger konfrontativ. Dennoch werden beiden keine großen Chancen auf den DBK-Vorsitz zugesprochen.

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Auch Erzbischof Stephan Burger (Freiburg), Bischof Franz Jung (Würzburg) und Bischof Dominicus Meier (Osnabrück) tauchen gelegentlich in Spekulationen auf. Burger gilt als wenig polarisierend, konfliktvermeidend und moderierend; konservative Bischöfe sehen ihn jedoch teilweise als zurückhaltend, wenn es darum geht, konservative Positionen öffentlich zu vertreten. Jung ist Vorsitzender des Verbandsrates des VDD und Gastgeber des diesjährigen Katholikentags und dürfte eine realistische Perspektive auf die Konfliktmüdigkeit vieler Bischöfe mitbringen.

Meier wiederum wird nicht intensiv mit innerdeutschen Grabenkämpfen in Verbindung gebracht, hat als Kirchenrechtler stets solide argumentiert, und seine klösterlich geprägte Spiritualität könnte geistliche Tiefe in die DBK bringen; zugleich verfügt er über internationale und interkulturelle Erfahrung. Dennoch spielen diese drei Bischöfe in den medialen Spekulationen derzeit praktisch keine Rolle.

Insgesamt deutet vieles darauf hin, dass die DBK einen Vorsitzenden benötigt, der nach den konfliktreichen Jahren des Synodalen Wegs weniger polarisiert und stärker moderiert. Zwar gilt Erzbischof Bentz derzeit als klarer Favorit, doch Wahlen bergen bekanntlich Überraschungen.

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