Köln

+++EILMELDUNG+++ Woelki bleibt im Amt

Nach Information der Wochenzeitung "Die Zeit" belässt Papst Franziskus den Kölner Kardinal im Amt. Er soll jedoch eine Bedenkzeit von mehreren Monaten nehmen.
Kardinal Rainer Maria Woelki
Foto: Oliver Berg (dpa) | Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln, während eines Interviews im Erzbischöflichen Haus.

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki verbleibt als Erzbischof von Köln im Amt. Wie die Wochenzeitung "Die Zeit" unter Berufung auf Informationen aus Rom meldet, wird Papst Franziskus den Kardinal nicht seines Amtes entheben. Der Papst soll ihm allerdings eine Bedenkzeit von mehreren Monaten verordnet haben. Der offizielle Wortlaut des Papstschreibens soll nach "Zeit"-Informationen am Mittag über die Apostolische Nuntiatur in Berlin veröffentlicht werden.

Die Aufarbeitung von Fällen sexuellen Missbrauchs im Erzbistum Köln war im Juni Gegenstand einer Apostolischen Visitation. Diese hatten der schwedische Kardinal Anders Arborelius, Bischof von Stockholm, sowie Johannes van den Hende, Bischof von Rotterdam, durchgeführt. Die von Papst Franziskus entsandten Prüfer gaben ihren Bericht Mitte August in Rom ab.

Vorwürfe gegen Woelki bestätigen sich nicht

Woelki, der sich seit Monaten mit dem Vorwurf konfrontiert sah, nicht ausreichend zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Kölner Erzdiözese beigetragen zu haben, hatte nach eigener Aussage auch über einen Rücktritt nachgedacht. „Aber ich nehme meine moralische Verantwortung eher wahr, indem ich mich der Aufarbeitung stelle und nicht meine Verantwortung an andere abgebe“, so der Kardinal im August im Gespräch mit dem Bonner General-Anzeiger. Die Entsendung der apostolischen Visitatoren nannte er ein „faires und gutes Vorgehen“.

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Der Kölner Erzbischof war auch in die Kritik geraten, da er ein erstes Missbrauchsgutachten der Münchner Kanzlei Westpfahl Spilker Wastl (WSW) für das Erzbistum Köln zunächst zurückgehalten hatte. Sein Argument: Namhafte Juristen hätten dem Erzbistum versichert, dass die Veröffentlichung rechtswidrig gewesen wäre. Woelki beauftragte stattdessen den Kölner Strafrechtler Björn Gercke mit der Erstellung eines weiteren Gutachtens. Diesen wurde Ende März vorgestellt. Beide Gutachten bestätigten die gegen Woelki erhobenen Vorwürfe nicht.

Neben Kardinal Woelki sowie den Weihbischöfen Dominikus Schwaderlapp und Ansgar Puff stand auch der Hamburger Erzbischof Stefan Heße im Fokus der Visitatoren. Heße, der von 2012 bis 2015 das Amt des Generalvikars in Erzbistum Köln innehatte, hatte im Zuge der gegen ihn gerichteten Vorwürfe bereits im März seinen Rücktritt als Hamburger Erzbischof angeboten. In der vergangenen Woche gab der Vatikan jedoch bekannt, den Amtsverzicht des 55-Jährigen nicht anzunehmen. Mit dem Angebot des Amtsverzichts hatte Heße auf das Gutachten des Strafrechtlers Gercke reagiert, das ihm elf Pflichtverletzungen in neun Aktenvorgängen zur Last legte.

Vatikan: Heße hat nicht absichtlich vertuscht

In einer Erklärung des Heiligen Stuhls heißt es, man habe nach eingehender Prüfung der eingegangenen Dokumente zwar Mängel in der Organisation und Arbeitsweise des Erzbischöflichen Generalvikariates sowie persönliche Verfahrensfehler des Hamburger Erzbischofs festgestellt. Die Untersuchung habe jedoch nicht gezeigt, „dass diese mit der Absicht begangen wurden, Fälle sexuellen Missbrauchs zu vertuschen“.

Nach der Bekanntgabe einer Entscheidung im Fall Heße waren die Erwartungen auf ein baldiges Urteil zur Personalie Woelkis noch einmal gestiegen. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Limburger Bischof Georg Bätzing, hatte im Rahmen der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe abermals betont, über keine Informationen in der Causa Köln zu verfügen.  DT/mlu

Ausführliche Informationen zur Papst-Entscheidung im Fall Woelki finden Sie gleich hier

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