Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Streit um Bischofsweihen

Piusbrüder schalten auf stur

Man werde sich sowieso nicht einigen können: Die Bruderschaft schlägt das Angebot des Papstes aus und hält an den unerlaubten Bischofsweihen im Juli fest.
Piusbruderschaft
Foto: imago stock&people | Nur Priesterweihen: Neupriester der Piusbrüder werden 2009 geweiht. Die geplanten Bischofsweihen stellen eine bedeutende Eskalation dar.

Die Priesterbruderschaft St. Pius X. schlägt die versöhnlich ausgestreckte Hand des Papstes aus: In einem am Donnerstag vom Generalhaus der Bruderschaft in Menzingen veröffentlichten Schreiben teilt der Generalobere Davide Pagliarani dem Präfekten des Glaubensdikasteriums, Kardinal Victor Manuel Fernández, mit, dass die Bruderschaft an den unerlaubten Bischofsweihen Anfang Juli festhält. Die Aussetzung des Weihedatums war eine Bedingung des Glaubensdikasteriums zur Wiederaufnahme des Dialogs gewesen. Pagliarani begründet die Entscheidung mit den geringen Erfolgsaussichten: „Wir beide wissen im Voraus, dass wir uns auf lehrmäßiger Ebene nicht einigen können, insbesondere bezüglich der grundlegenden Orientierungen, die seit dem II. Vatikanischen Konzil eingeschlagen wurden.“

Zudem verweist er auf eine Verschärfung des Dissenses „durch die lehrmäßigen und pastoralen Entwicklungen im Laufe der jüngsten Pontifikate“. Er sehe daher nicht, wie ein gemeinsamer Dialogprozess dazu führen könne, gemeinsam zu bestimmen, was die „Mindestanforderungen für die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche“ ausmachen würden, da die Texte des Konzils nicht korrigiert werden könnten. Der Generalobere zeigt sich deutlich verstimmt über die siebenjährige Funkstille zwischen Rom und Menzingen. Erst in dem Moment, so das vom fünfköpfigen Generalrat der Bruderschaft unterzeichnete Schreiben, in dem von Bischofsweihen die Rede sei, werde die Wiederaufnahme eines Dialogs vorgeschlagen. Mit Nachdruck kritisiert der Brief die Bereitschaft des Heiligen Stuhls, Sanktionen zu verhängen.

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Das Glaubensdikasterium hatte den Piusbrüdern vergangene Woche einen „spezifisch theologischen Dialog mit einer genau festgelegten Methodik“ vorgeschlagen, um Themen zu erörtern, die noch nicht ausreichend geklärt seien, wie beispielsweise den Unterschied zwischen Glaubensakt und „religiöser Ehrerbietung des Geistes und des Willens“ oder die unterschiedlichen Grade der Zustimmung, die die verschiedenen Texte des Zweiten Vatikanischen Konzils und dessen Auslegung erfordern. Zuvor hatte Kardinal Victor Manuel Fernández den Generaloberen der Priesterbruderschaft empfangen. Als Vorbedingung des Dialogs hatte der Kardinal die Aussetzung der für den 1. Juli geplanten Bischofsweihen verlangt. (DT/reg)

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