Es ist die kirchliche Nachricht der Woche: Der gesunde Glaubenssinn ist den Christen nicht so rasch auszutreiben. Vor allem junge Gläubige stimmen mit den Füßen ab und entscheiden sich immer seltener für ein Vollstudium der katholischen Theologie an einer staatlichen Universität.
Innerhalb von sechs Jahren hat sich die Zahl bundesweit mehr als halbiert. Einbrüche verzeichnen einer aktuellen Statistik zufolge sogar die einstigen Hochburgen Münster und München, obwohl an diesen beiden Standorten dem Vernehmen nach Seniorenstudenten den Abwärtstrend dämpfen.
Das Interesse ist nicht tot
Das Interesse an der akademischen Theologie ist nicht tot, aber in Zeiten synodaler Irrwege sind die Fragezeichen hinter habilitierten Staatstheologen größer geworden. Zu viele Theologen, einzelne Ausnahmen zugestanden, haben sich selbst ihrer wissenschaftlichen Entbehrlichkeit überführt. Die deutsche Sonderkonstruktion, die akademische Theologie unter dem Dach des Staates ansiedelt, scheint dringend reformbedürftig.
Es geht auch anders
Die Zeit ist reif, dem theologischen Nachwuchs auf die Immatrikulationsbescheinigung zu schauen, statt die Vogel-Strauß-Politik zu verlängern und Talente an ausländische Fakultäten zu verlieren. Denn es geht auch anders. Steigende Nachfrage verzeichnet die Kölner Hochschule für Katholische Theologie, offensichtlich ziehen junge Menschen sie staatlichen Fakultäten in Nordrhein-Westfalen vor.
In Bayern behaupten sich die im Ruf überdurchschnittlicher Kirchlichkeit stehende Augsburger theologische Fakultät sowie die Katholische Universität Eichstätt gegen den Trend. An der Frankfurter Jesuitenhochschule St. Georgen sind die Zahlen lediglich moderat gesunken.
Welche Konsequenzen ziehen die Landesregierungen? Theologie ist kein Wunschkonzert unter dem Protektorat von Vater Staat. Es wirkt aus der Zeit gefallen, die akademische Theologie an den staatlichen Fakultäten zu zementieren. Politiker und Bischöfe sollten den Schlussstrich ziehen.
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