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„Der Preis eines erneuten Krieges wäre hoch“

Hilfswerke sorgen sich, dass die erneuten Kriegshandlungen im Iran und im Nahen und Mittleren Osten die dortigen Christen teuer zu stehen kommen könnte.
Zerstörte katholische Kirche im Libanon, 2025
Foto: IMAGO/Marwan Naamani (www.imago-images.de) | Zerstörte katholische St.-Georgs-Kirche in Yaroun, Libanon: Einen erneuten Krieg können die Christen im Nahen Osten nicht gut gebrauchen.

Nach den Angriffen der USA und Israels auf den Iran und der Ausweitung der Kämpfe auf weitere Länder der Region rufen die katholischen Hilfswerke missio Aachen und „Kirche in Not“ zur Deeskalation und zum Schutz der Zivilbevölkerung auf. Man warne vor einem Flächenbrand im gesamten Nahen Osten und vor dramatischen Folgen für die christlichen Minderheiten. Das geht aus entsprechenden Pressemitteilungen der Hilfswerke vom gestrigen Montag hervor.

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Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen, erklärte: „Jede weitere Eskalation versetzt viele christliche Familien im Libanon, in Gaza, im Westjordanland, im Irak und in Syrien in Angst.“ Die Gemeinden gerieten schnell zwischen die Fronten und benötigten in den kommenden Monaten besondere Solidarität. Ein Projektpartner des Hilfswerks berichtete aus dem Libanon, die weitere Entwicklung sei nicht absehbar; die mit dem Iran verbundene Hisbollah bleibe ein „unberechenbarer Faktor“. Ein unbedachtes Vorgehen könne gefährliche innenpolitische Dynamiken bis hin zu einem Bürgerkrieg auslösen.

Nach Raketenangriffen auf Israel seien schiitische Stadtteile im Süden Beiruts sowie Dörfer in der nördlichen Bekaa-Ebene von Israelischen Gegenangriffen betroffen gewesen. „Die Menschen hatten kaum Zeit, ihre Dörfer zu verlassen, und suchten auch in christlichen Dörfern Zuflucht“, so der missio-Partner. Hilfeleistungen rund um Baalbek seien derzeit nur eingeschränkt möglich. missio bereite dennoch Akuthilfen mit Lebensmitteln, Medikamenten und Heizmaterial vor; staatliche Strukturen seien vielerorts schwach, internationale Unterstützung teilweise zurückgegangen.

Auch das weltweite päpstliche Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) warnt vor unabsehbaren Konsequenzen. Geschäftsführer Florian Ripka sagte: „Eine weitere Eskalation könnte das Aus für die Christen im Nahen Osten bedeuten.“ Zwar sei der Ruf nach Freiheit im Iran zu begrüßen, doch der Preis eines neuen Krieges wäre hoch, da er auch Zivilisten treffe und viele Christen zu den schutzlosesten Gruppen im Iran zählen würden.

Wie Ripka weiter ausführte, sei die Angst unter Christen im Irak, in Syrien, im Libanon und im Heiligen Land groß. Viele fragten sich, ob ein Krieg nicht zu noch mehr Hass und Extremismus führe. Im Irak seien Dörfer gerade erst wieder instandgesetzt worden; eine erneute Zerstörung könnten die Gemeinden kaum verkraften. In Gaza sei die humanitäre Lage „verheerend“; würden Hilfslieferungen eingeschränkt, könne die kleine katholische Gemeinde nicht überleben. Trotz allem wollten Pfarreien und Klöster ihre Arbeit fortsetzen. „Was auch immer die Zukunft bringt: Die christliche Präsenz und die Arbeit der Kirche im Nahen Osten muss weitergehen“, betonte Ripka. (DT/jra)


Was fordern missio Aachen und Kirche in Not?
Die Hilfswerke rufen zur Deeskalation auf und mahnen den Schutz der Zivilbevölkerung sowie der christlichen Minderheiten an.

Welche Länder sind besonders betroffen?
Genannt werden unter anderem Libanon, Gaza, Westjordanland, Irak, Syrien und der Iran.

Welche Folgen befürchten die Hilfswerke?
Sie warnen vor einem Flächenbrand im Nahen Osten und vor existenziellen Gefahren für die christliche Präsenz in der Region.

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