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Kathedrale in Khartum durch Miliztruppen verwüstet

Im sudanesischen Bürgerkrieg ist die katholische Kathedrale St. Matthäus stark beschädigt worden. Laut dem Hilfswerk „Kirche in Not“ wurde das Gebäude als Waffenlager genutzt.
Frauen bei Messe im Sudan
Foto: Kirche in Not | Religiöse Minderheiten im Sudan klagen immer wieder über Diskriminierung. Neben islamistischen Übergriffen gibt es auch staatliche Repressionen.

Nach der Rückeroberung der sudanesischen Hauptstadt Khartum durch Regierungstruppen ist die katholische Kathedrale St. Matthäus stark beschädigt worden. Dies berichtet das weltweite Hilfswerk „Kirche in Not“ (ACN) unter Berufung auf lokale Quellen. Die St.-Matthäus-Kathedrale gilt als geistliches Zentrum der kleinen katholischen Gemeinde im Sudan.

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Ein Video, das „Kirche in Not“ zugespielt wurde, zeigt ein Bild der Verwüstung: Der Altarraum der Kathedrale sei vollständig zerstört, sakrale Gegenstände wie das Kreuz seien entweiht worden. Lokale Ansprechpartner berichten, dass die paramilitärische Miliz Rapid Support Forces (RSF) das Kirchengebäude während der Kämpfe als Waffenlager genutzt habe.

Auch wenn der aktuelle Konflikt keine religiösen Ursachen hat, beklagen religiöse Minderheiten im Sudan immer wieder Diskriminierungen. Der Bericht „Religionsfreiheit weltweit 2023“ von „Kirche in Not“ dokumentiert unter anderem Übergriffe durch islamistische Gruppen sowie staatliche Repressionen. Besonders vor der Verfassungsreform im Jahr 2019 waren Christen massiven Verfolgungen ausgesetzt.

Kein baldiges Ende des Konflikts in Sicht

Der Bürgerkrieg im Sudan wurde durch einen Machtkampf zwischen General Abdel Fattah al-Burhan und seinem ehemaligen Stellvertreter Mohamed Hamdan Daglo ausgelöst. Letzterer ist Anführer der RSF-Miliz, die in weiten Teilen des Landes gegen die regulären Streitkräfte kämpft. Nach UN-Angaben wurden seither zehntausende Menschen getötet und mehr als zwölf Millionen zur Flucht gezwungen.

Beobachter gehen trotz der Rückeroberung Khartums nicht von einem baldigen Ende des Konflikts aus. Die humanitäre Lage bleibt katastrophal. Internationale Organisationen sprechen inzwischen von der größten humanitären Krise weltweit. „Kirche in Not“ steht nach eigenen Angaben weiterhin in Kontakt mit Ansprechpersonen vor Ort, die unter prekären Bedingungen ausharren und sich um das geistliche Leben der verbliebenen Christen bemühen. DT/jna

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