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Synodale Zeitverschwendung

Eine binnenkirchliche Nabelschau, mit gesellschaftspolitischen Unterlassungssünden teuer erkauft: Die Kirche hat mit dem Synodalen Weg die Zeichen der Zeit falsch gedeutet.
Georg Bätzing bei einer Sitzung des Synodalen Ausschusses im Dezember 2024.
Foto: IMAGO/Kristina Schaefer (Schäfer) (www.imago-images.de) | Mit seinem Namen wird der Synodale Weg verbunden bleiben: Georg Bätzing, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, bei einer Sitzung des Synodalen Ausschusses im Dezember 2024.

Vor fünf Jahren begann in Frankfurt die erste Synodalversammlung mit der Ansage, die Missbrauchsfälle in der Kirche ernsthaft aufarbeiten zu wollen. Viel Zeit und Geld wurde eingesetzt, an der Transparenz über den Aufwand hapert es bis heute. 

Wer den offenen Brief des Vereins MissBit (Missbrauchsopfer und Betroffene im Bistum Trier) liest, der in diesem Monat an den Vorsitzenden der deutschen Bischöfe, Georg Bätzing, gerichtet wurde, erhält Einblicke in die wundgescheuerten Seelen der Betroffenen.

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Die Bilanz des Synodalen Wegs ist ungeachtet aller beschwichtigenden Funktionärsrhetorik kein Ruhmesblatt der Katholiken in Deutschland. Der Vizepräsident des Synodalen Wegs, der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode, musste unter dem Druck der Betroffenen zurücktreten. Just drei Protagonisten des Synodalen Wegs – der vormalige DBK-Vorsitzende, Kardinal Reinhard Marx, sein Nachfolger Georg Bätzing und der langjährige Missbrauchsbeauftragte und gegenwärtige Trierer Bischof, Stefan Ackermann, stehen unvermindert im Fokus der Betroffenenkritik, Fragen nach ihrem Rücktritt inklusive. Und die Menschen treten weiter aus einer Kirche aus, deren dogmatische Lockerungsübungen sie schlicht nicht interessieren. Glaube, Hoffnung und Liebe sind durch den Synodalen Weg nicht stärker geworden. Und auf sie kommt es an.

Der Papst versteht unter Synodalität etwas anderes

Die Verwerfungen innerhalb der Bischofskonferenz über doktrinelle und pastorale Fragen haben der Einheit der Kirche immens geschadet. Gerade der Synodale Prozess der Weltkirche hat gezeigt, dass der Papst unter Synodalität etwas anderes versteht als die geistigen Väter des Synodalen Wegs in Deutschland. Fünf Jahre lang haben sich Bischöfe und Laien auf einen Holzweg begeben, statt Gesellschaft und Politik aktiver mitzugestalten.

Die Kirche hat mit dem Synodalen Weg auch eine Möglichkeit versäumt, dem Aufstieg der AfD gegenzusteuern. Zeit und Kirchensteuer wären wohl besser in Schulen, Kindergärten und Integrationshilfe investiert worden statt in Stuhlkreise und pseudoparlamentarische Kirchenvertretersitzungen. Nun echauffiert man sich lieber über den christdemokratischen Kandidaten für das Amt des Bundeskanzlers statt sich einzugestehen, dass man die Zeichen der Zeit falsch gedeutet hat. Die binnenkirchliche Nabelschau war bequem, aber mit gesellschaftspolitischen Unterlassungssünden unverantwortlich teuer erkauft. 

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