Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Streit um Segensfeiern

Jetzt empfängt der Papst Kardinal Marx

Papst Leo spricht mit dem Münchner Erzbischof. Derweil sagt Kardinalstaatssekretär Parolin, es sei zu früh für Sanktionen – und widerspricht erneut der Darstellung der DBK.
Papst Leo und Kardinal Marx
Foto: IMAGO/ABACA (www.imago-images.de) | Juni 2025: Papst Leo trifft mit Reinhard Kardinal Marx beim ersten Konsistorium unter dem neuen Pontifex zusammen.

Breitseite aus Rom? Das Hin und Her zwischen dem Vatikan und den katholischen Bischöfen in Deutschland reißt nicht ab. Wie aus dem offiziellen Kalender des vatikanischen Presseamts hervorgeht, hat Papst Leo XIV. am heutigen Donnerstag den Münchner Erzbischof Reinhard Kardinal Marx empfangen. Aus der Verlautbarung geht zwar nicht hervor, ob das Thema Segensfeiern diskutiert wurde, bei dem Marx jüngst im Fokus stand. Zeitlich folgt das Treffen aber auf gleich mehrere Warnschüsse aus Rom.

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Zuletzt hatte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in dem Streit zwischen Rom und den deutschen Bischöfen nachgelegt: Laut „Vatican News“ sagte Parolin am Mittwochabend, es sei „verfrüht, von Sanktionen zu sprechen“. Noch sei man im Dialog mit den deutschen Bischöfen. „Wir werden sehen, was geschieht“, so Parolin gegenüber Journalisten am Rande der Vorstellung des Buches „Liberi sotto la Grazia“ in Rom. Hintergrund war die jüngste Veröffentlichung eines Briefes des Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Victor Manuel Fernández, aus dem Jahr 2024,  der keinen Zweifel daran lässt, dass der Vatikan keiner Fassung der deutschen Handreichung zu Segensfeiern jemals zugestimmt hat. Dies sei, so hieß es am Mittwoch aus dem Glaubensdikasterium gegenüber „Vatican News“, Ende 2025 auch gegenüber dem Trierer Bischof Stephan Ackermann kommuniziert worden.

Letztendlich liege die Entscheidung über das weitere Vorgehen beim Papst, so Parolin: „Wir haben jedoch bereits seit einiger Zeit einen Dialog begonnen und dabei jeweils unsere Sichtweisen dargelegt.“ Parolin zeigte sich zuversichtlich, „eine Lösung zu finden“, die die unterschiedlichen Auffassungen, auch beim „Thema der Synodalität“, zusammenführen könne. Zugleich betonte er, dass jede Entscheidung  „im Einklang mit dem Kirchenrecht, dem Zweiten Vatikanischen Konzil und der Tradition der Kirche“ stehen müsse. Der Weg der Kirche und auch die Hoffnung sei es, „niemals zu Sanktionen greifen zu müssen, sondern die Probleme friedlich lösen zu können“.

Keine Zustimmung des Vatikans

Während das Glaubensdikasterium am Mittwoch bekräftigt hatte, dass das im Jahr 2025 von den deutschen Bischöfen veröffentlichte Vademecum „Segen gibt der Liebe Kraft“ nicht die Zustimmung des Vatikans habe, hatte der damalige Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, dagegen behauptet, alles sei in Absprache mit dem Glaubensdikasterium geschehen. Der Vatikan hält fest: keine Segensfeiern mit Gebet, Gesang und Bibellesungen, keine eigenen Gottesdienste. Erlaubt sind einzig einfache, spontane Segnungen.

Der deutsch-römische Streit um die Segnungsfeiern war jüngst erneut aufgeflammt, nachdem ein Schreiben des Münchner Kardinals Reinhard Marx an die Öffentlichkeit gelangt war. Darin legt er den Seelsorgern seines Erzbistums die Handreichung nahe — bis hin zu der Aufforderung, dass ein Seelsorger, der solche Segnungen nicht selbst vornehmen möchte, jemanden finden müsse, der dies an seiner Stelle tue.  DT/dsc

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