Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Spannungen zwischen Rom und Weißem Haus

Trump fährt wieder scharfe Attacke gegen den Papst

Leo XIV. sei für das iranische Atomprogramm, behauptet der Präsident. Eine falsche Darstellung, die das Treffen Marco Rubios mit dem Papst am Donnerstag belasten könnte.
Trump erneuert Papst-Kritik
Foto: IMAGO/Andrew Leyden (www.imago-images.de) | Schon während der Afrika-Reise des Papstes hatte Trump den Papst als „schwach“ in der Außenpolitik und in seinen Positionen zu Kriminalität und Einwanderung als „schrecklich“ bezeichnet.

Was das Verhältnis zum Vatikan und insbesondere zu Leo XIV. angeht, so gießt Präsident Donald Trump erneut Öl ins Feuer. Marco Rubio, Außenminister der Vereinigten Staaten, wird am Donnerstag im Vatikan erwartet, was Trump nicht davon abhält, den Papst öffentlich wegen seiner Haltung zum Iran-Krieg zu kritisieren. „Er bringt viele Katholiken und viele Menschen in Gefahr“, sagte der Chef im Weißen Haus am Wochenende über den Papst gegenüber Salem News, einer konservativ und christlich geprägten Multimedia-Publikation, wie mehrere Medien berichten.

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In einem Interview mit Moderator Hugh Hewitt auf dem „Salem News Channel“ warf der amerikanische Präsident Leo XIV. indirekt vor, eine zu nachgiebige Haltung gegenüber dem Iran einzunehmen. Konkret unterstellte Trump, der Papst habe kein Problem mit einem möglichen iranischen Atomprogramm. Haltbar ist diese Darstellung nicht. Papst Leo hatte sich nicht für die atomare Bewaffnung des Mullah-Regimes ausgesprochen, sondern kurz vor seiner Afrika-Reise den von Trump angedrohten Vernichtungsschlag gegen die iranische Gesellschaft als „nicht akzeptabel“ bezeichnet. Stattdessen solle, so Papst Leo, die internationale Gemeinschaft nach einer diplomatischen Lösung des Konflikts mit dem Iran suchen.

Marco Rubios Mission in Italien

Auslöser für die erneute Eskalation im Verhältnis zwischen Rom und dem Weißen Haus war unter anderem die Diskussion auf dem „Salem News Channel“ um den inhaftierten Hongkonger Medienunternehmer Jimmy Lai. Während Moderator Hewitt bemängelte, dass der Papst sich nicht öffentlich zu dessen Fall äußert, nutzte Trump die Gelegenheit für einen weiteren Angriff auf das Kirchenoberhaupt: „Der Papst würde lieber darüber sprechen, dass es in Ordnung ist, wenn der Iran Atomwaffen besitzt“, sagte Trump. Er halte das nicht für besonders gut. „Er findet es völlig in Ordnung, dass der Iran Atomwaffen besitzt.“

Die Reaktion des vatikanischen Staatssekretärs, Kardinal Pietro Parolin, fiel knapp aus: „Man mag es mögen oder nicht, aber die Rolle des Papstes ist es, den Frieden zu predigen.“ In Rom erwartet man deshalb mit Spannung die Begegnung Rubios mit dem Papst und Parolin am späten Donnerstagvormittag. Der Botschafter der Vereinigten Staaten beim Heiligen Stuhl, Brian Burch, rechnet in der Tat mit einem „offenen Gespräch“ zwischen Rubio und den hohen katholischen Würdenträgern. „Nationen haben Meinungsverschiedenheiten, und ich glaube, dass Brüderlichkeit und authentischer Dialog eine Möglichkeit sind, diese zu überwinden“, fügte Burch hinzu und schloss: „Ich glaube, dass der Staatssekretär in diesem Sinne hierherkommt. Um ein offenes Gespräch über die US-Politik zu führen, um sich im Dialog zu engagieren.“ Der Katholik Rubio wird dann am Freitag die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni treffen, die wegen ihrer Verteidigung des Papstes ebenfalls bei Trump in Ungnade gefallen ist.

Papst Leo: „Fördern wir den Frieden in der Welt“

Während der Afrika-Reise des Papstes hatte Trump den Papst als „schwach“ in der Außenpolitik und in seinen Positionen zu Kriminalität und Einwanderung als „schrecklich“ bezeichnet. Wie der Präsident damals sagte, würde sich das Weiße Haus einen amerikanischen Papst wünschen, der sich in Fragen des Glaubens und des Geistes mehr darauf konzentriert, „ein großer Papst zu sein“, und „kein Politiker“ ist.

Darauf hatte Papst Leo auf seinem Flug von Kamerun nach Angola vor den mitfliegenden Journalisten erklärt, es liege überhaupt nicht in seinem Interesse, von Afrika aus mit dem amerikanischen Präsidenten zu debattieren. „Setzen wir unsere Reise fort“, sagte er zu den Medienvertretern, „wir verkünden weiterhin die Botschaft des Evangeliums und die Evangelientexte, die wir für die Liturgien verwendet haben. Wir zeigen eine Reihe verschiedener, fantastischer, schöner Aspekte dessen, was es bedeutet, Christ zu sein, was es bedeutet, Christus nachzufolgen, was es bedeutet, Geschwisterlichkeit, Brüderlichkeit und das Vertrauen in den Herrn zu fördern, aber auch nach Wegen zu suchen, um Gerechtigkeit in unserer Welt zu fördern, Frieden in unserer Welt zu fördern.“

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Guido Horst Leo XIV.

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