Unter den christlichen Feindbildern rangiert der Kirchenkonsument ganz vorne: Gemeint sind getaufte Zeitgenossen, die die Institution Kirche als Servicebetrieb betrachten, der seine Mitglieder möglichst umstandslos mit Sakramenten und Zuwendung versorgen soll, ohne irgendein Engagement oder gar ernsthaftes Bekenntnis zu verlangen. Diesen verstockt passiven Dienstleistungsabrufern schreiben Seelsorger einen gerüttelten Teil der Kirchenkrise zu.
Kein Sondergut frommer Pilger
Gut, dass es Gegenbewegungen unter jungen Leuten gibt, die ohne Kirchensteuerzuwendungen und Pastoralplan die Ärmel hochkrempeln und anpacken. Am Beispiel der Chartreswallfahrt lässt sich beobachten, wie authentische Volksfrömmigkeit einen blühenden Zweig nach dem anderen hervorbringt: Erst bildeten spanische Jugendliche einen Ableger der Wallfahrt, seit Neuestem gibt es auch in Italien ein Pendant zu Chartres: Ende April pilgerten Jugendliche der Organisation „Unserer Lieben Frau von der Christenheit“, die Chartres seit Jahrzehnten leitet, erstmals von Rom nach Subiaco in die Heimat des heiligen Benedikt.
Die Kraftquellen der Wallfahrt – die überlieferte römische Liturgie, das Rosenkranzgebet, die Heiligenverehrung und auch zunehmend die Texte der Kirchenväter – sind kein Sondergut frommer Pilger. Je offener die Pfarreien hier werden, desto besser.
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