Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Vier Wochen vor Pfingsten

Neuer Rekord: 20.000 Chartres-Pilger

Die traditionelle Wallfahrt wächst – und sie ist jung: Der Altersdurchschnitt liegt bei 24 Jahren. Erstmalig gibt es in diesem Jahr eine vereinfachte Route.
Chartres-Wallfahrt
Foto: Julien Mattia / Le Pictorium | Glücklich, wer mitkommen kann: 30 Prozent der potentiellen deutschsprachigen Chartres-Pilger befinden sich im Moment auf Wartelisten.

Noch ein Monat bis zur Chartres-Wallfahrt, und auch in diesem Jahr wird der Teilnehmerrekord wieder geknackt. An Pfingsten pilgern rund 20.000 Katholiken ab der Pariser Kirche Saint-Sulpice in Richtung Südwesten zu dem 110 Kilometer entfernten Marienwallfahrtsort Chartres. Es kommen gut 1.000 Teilnehmer mehr als im Vorjahr. Die Wallfahrt mit traditioneller Liturgie wächst seit Jahren kontinuierlich; 2023 waren es 16.000 Teilnehmer.

Lesen Sie auch:

Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz reisen 21 Pilgergruppen an, Chapitres genannt. Die Nachfrage übersteigt auch in diesem Jahr deutlich die angebotenen Plätze. Das berichtete der Chartres-Pilger-Verein für die DACH-Region auf Anfrage dieser Zeitung. 30 Prozent der deutschen potenziellen Teilnehmer befinden sich auf Wartelisten. Besonders überlaufen sind die Regionen Bayern und Köln. Limitierender Faktor sei die Infrastruktur, die man nur mit hohem Aufwand ausweiten könne.

Drei Viertel sind jünger als 30

Unter den Pilgern befinden sich Katechumenen und Neugetaufte, wie viele Organisatoren der Pilger-Vereine verschiedener Länder berichten. Dieses Phänomen werde „als Ausdruck einer missionarischen Dynamik verstanden“ und scheine zuzunehmen. Konkrete Zahlen liegen jedoch nicht vor. Die Pilger seien durchschnittlich 24 Jahre alt; rund drei Viertel von ihnen sind jünger als 30. Die Wallfahrt zeichnet sich seit Jahren durch eine ungewöhnlich junge Teilnehmerstruktur aus. Neu ist an diesem Pfingstfest unter anderem ein verkürztes Streckenangebot, das insbesondere Familien, älteren Teilnehmern oder Personen mit eingeschränkter Mobilität die Teilnahme erleichtern soll.

Die Wallfahrt nach Chartres geht auf mittelalterliche Traditionen zurück. In ihrer heutigen Form existiert sie seit 1983. In der Kathedrale von Chartres befindet sich seit dem neunten Jahrhundert die Sancta Camisia, ein Tuch, das Maria bei der Geburt Christi getragen haben soll.
DT/elih

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Jesus Christus

Weitere Artikel

Heute Morgen ging es los: Wie immer zu Pfingsten pilgern mittlerweile fast 20.000 Menschen von Paris nach Chartres. Unsere Junge Feder weiß, wie es dort zugeht.
23.05.2026, 08 Uhr
Benedikt Heider
Bereits 14.000 Anmeldungen für die traditionelle Wallfahrt von Paris nach Chartres. Organisatoren sprechen von Aufwärtstrend.
08.04.2026, 18 Uhr
Meldung
Subkultur oder versprengter Haufen? Bernhard Schmitz war bei der Chartres-Wallfahrt. Er glaubt, dass manche Bischöfe nicht verstanden haben, warum die Wallfahrt so erfolgreich ist.
12.06.2025, 09 Uhr
Elisabeth Hüffer

Kirche

Populismus schlecht, Migration gut? Auf diese Klischees will Bischof Erik Varden sich nicht einlassen. Ein Segen!
28.09.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die katholischen Bischöfe treffen sich zu ihrer traditionellen Herbstversammlung. Die Gesprächsthemen reichen von AfD bis Kirchenreformen. Gewählt werden neue Kommissionsvorsitzende.
28.09.2026, 08 Uhr
Leo XIV. ruft in Lourdes eindringlich zur Umkehr auf. Und verteidigt die Stimme der Kirche im öffentlichen Diskurs des laizistischen Frankreichs.
27.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig