Noch ein Monat bis zur Chartres-Wallfahrt, und auch in diesem Jahr wird der Teilnehmerrekord wieder geknackt. An Pfingsten pilgern rund 20.000 Katholiken ab der Pariser Kirche Saint-Sulpice in Richtung Südwesten zu dem 110 Kilometer entfernten Marienwallfahrtsort Chartres. Es kommen gut 1.000 Teilnehmer mehr als im Vorjahr. Die Wallfahrt mit traditioneller Liturgie wächst seit Jahren kontinuierlich; 2023 waren es 16.000 Teilnehmer.
Aus Deutschland, Österreich und der Schweiz reisen 21 Pilgergruppen an, Chapitres genannt. Die Nachfrage übersteigt auch in diesem Jahr deutlich die angebotenen Plätze. Das berichtete der Chartres-Pilger-Verein für die DACH-Region auf Anfrage dieser Zeitung. 30 Prozent der deutschen potenziellen Teilnehmer befinden sich auf Wartelisten. Besonders überlaufen sind die Regionen Bayern und Köln. Limitierender Faktor sei die Infrastruktur, die man nur mit hohem Aufwand ausweiten könne.
Drei Viertel sind jünger als 30
Unter den Pilgern befinden sich Katechumenen und Neugetaufte, wie viele Organisatoren der Pilger-Vereine verschiedener Länder berichten. Dieses Phänomen werde „als Ausdruck einer missionarischen Dynamik verstanden“ und scheine zuzunehmen. Konkrete Zahlen liegen jedoch nicht vor. Die Pilger seien durchschnittlich 24 Jahre alt; rund drei Viertel von ihnen sind jünger als 30. Die Wallfahrt zeichnet sich seit Jahren durch eine ungewöhnlich junge Teilnehmerstruktur aus. Neu ist an diesem Pfingstfest unter anderem ein verkürztes Streckenangebot, das insbesondere Familien, älteren Teilnehmern oder Personen mit eingeschränkter Mobilität die Teilnahme erleichtern soll.
Die Wallfahrt nach Chartres geht auf mittelalterliche Traditionen zurück. In ihrer heutigen Form existiert sie seit 1983. In der Kathedrale von Chartres befindet sich seit dem neunten Jahrhundert die Sancta Camisia, ein Tuch, das Maria bei der Geburt Christi getragen haben soll.
DT/elih
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