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Leo XIV.: Eucharistie ist Quelle der Gemeinschaft und Sendung

Bei der Abschlussmesse seiner Afrikareise stellt Papst Leo XIV. die Eucharistie in den Mittelpunkt und warnt vor individualistischer Frömmigkeit.
Papst Leo XIV. besucht Äquatorialguinea
Foto: IMAGO/Luca Zennaro | Papst Leo XVI. feiert im Malabo-Stadion in Äquatorialguinea die Abschlussmesse seiner Afrikareise.

„Danke, Herr, wir loben dich und preisen dich, weil du für uns zum Brot des ewigen Lebens geworden bist, damit wir für immer leben können.“ Mit diesen Worten hat Papst Leo XIV. bei der Messe im Stadion von Malabo in Äquatorialguinea zum Abschluss seiner Afrikareise die zentrale Bedeutung der Eucharistie als Quelle von Leben, Hoffnung und Befreiung hervorgehoben.

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Die Eucharistie sei nicht nur ein liturgisches Zeichen, sondern die lebendige Gegenwart Christi, der sich selbst als Brot des Lebens schenke und damit die tiefste Sehnsucht des Menschen nach Sinn, Gerechtigkeit und Leben stille. Zugleich rief der Papst dazu auf, gemeinsam die Heilige Schrift zu lesen und die „Mission der ersten Jünger Jesu“ fortzusetzen. Unter Bezug auf Papst Franziskus sagte er: „Die Freude des Evangeliums erfüllt das Herz und das ganze Leben derer, die Jesus begegnen.“

Evangelisierung schließt alle ein

Evangelisierung schließe alle mit ein, betonte der Papst und warnte vor einer abgeschotteten, individualistischen Geisteshaltung, die nur die eigenen Interessen sehe, sich in sich selbst zurückziehe und keinen Raum für andere lasse. Wer so lebe, könne weder die Stimme Gottes hören noch die Freude seiner Liebe erfahren. Leo XIV. rief zu Solidarität und Engagement für Arme und Ausgegrenzte auf.

Mit klaren Worten unterstrich Leo XIV., dass sich im Glauben an Christus eine Grundentscheidung vollziehe: zwischen Hoffnung und Verzweiflung, zwischen einem Leben aus Gottes Verheißung oder aus bloßer menschlicher Selbstsicherung. Die Eucharistie sei dabei nicht nur Trost, sondern konkrete Teilnahme am Pascha Christi, das von der Knechtschaft der Sünde befreie.

„Vertraue ich darauf, dass das Leben stärker ist als der Tod?“

In der Gemeinschaft mit dem Herrn lösten sich die Probleme nicht einfach auf, sie würden jedoch von seinem Licht durchdrungen. „Vertraue ich darauf, dass das Leben stärker ist als der Tod?“, fragte der Papst und zitierte Ambrosius von Mailand: „Brauchst du Hilfe, er ist die Kraft; fürchtest du den Tod, er ist das Leben; verlangst du nach dem Himmel, er ist der Weg.“ Wie jedes Kreuz in Christus Erlösung finde, so finde auch jede Lebensgeschichte im Evangelium ihren Sinn. 

Dies verdeutlichte der Papst an der biblischen Szene, in der Philippus dem äthiopischen Kämmerer begegnet – ein Zusammentreffen, das schließlich zur Taufe des Äthiopiers führte, der, so Leo, wiedergeboren wurde „zu neuem und freiem Leben“. Die Frage des Kämmerers zu Beginn der Begegnung, wie er die Schrift verstehen könne, wenn ihn niemand anleite, sei auch heute aktuell, führte Leo weiter aus.

Der Sinn der Heiligen Schrift erschließe sich nicht als bloße technische Lektüre; sie sei ein Gut der Kirche und müsse unter der Führung des Heiligen Geistes gelesen werden. Sie erschließe sich im kirchlichen Miteinander und im Licht der apostolischen Tradition. Die Seiten der Bibel seien „Seiten unseres eigenen Lebens, die Gott weiterhin mit seiner Weisheit inspiriert“, sagte  Leo XIV. und ermutigte die Gläubigen zur gemeinsamen Bibellektüre.

Die endgültige Erfüllung in Christus

In dieser Perspektive deutete Leo XIV. die Eucharistie als Erfüllung der alttestamentlichen Verheißungen. Manna in der Wüste – Zeichen der göttlichen Vorsehung auf dem Weg aus der Knechtschaft Ägyptens – finde seine endgültige Erfüllung in Christus. „Die Eucharistie ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist, um sich für uns zur Speise zu machen“, erklärte er. Wer davon esse, empfange Anteil am ewigen Leben. Während diejenigen, die das Manna aßen, „gestorben sind“ (vgl. Joh 6,49), so lebten diejenigen, die dieses Brot essen, in Ewigkeit (vgl. V. 51), weil „Christus lebt! Er ist der Auferstandene und er gibt sein Leben weiterhin für uns hin".

Zugleich betonte der Papst den kirchlichen Charakter des Glaubens: Die Eucharistie sei immer auch Quelle der Gemeinschaft, der Geschwisterlichkeit und der Sendung. Eine Kirche, die aus der Eucharistie lebe, könne sich nicht in sich selbst verschließen, sondern werde zur missionarischen Verkündigung des Evangeliums gedrängt. Und so rief er die Gläubigen auf, die Freude des Evangeliums zu bewahren und aus der Feier der Eucharistie heraus glaubwürdig Zeugnis zu geben.

Zu Beginn der Feier gedachte Leo XIV. des kürzlich verstorbenen Generalvikars der Erzdiözese Malabo, Pater Fortunato Nsue Esono, und sprach der Ortskirche sein Beileid aus. Er vertraue darauf, dass die Umstände seines Todes vollständig aufgeklärt werden. Die Messe feierte Leo XIV. auf Spanisch – Äquatorialguinea ist das einzige spanischsprachige Land Afrikas. Einige Gesänge und Fürbitten erklangen in lokalen Sprachen. Mehr als 80 Prozent der Bevölkerung gehören der katholischen Kirche an. Nach dem Gottesdienst trat der Papst die Rückreise nach Rom an.  DT/dsc

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