Davon kann die katholische Theologie derzeit nur träumen: An der Uni Münster entsteht mit der Aufwertung des „Zentrums für Islamische Theologie“ (ZIT) zur Fakultät ein neuer theologischer Fachbereich. Dies geht aus einer Pressemitteilung der Universität Münster hervor. Gründungsdekan wird der derzeitige geschäftsführende Direktor des ZIT, Mouhanad Khorchide, der in Münster seit 2010 die Professur für islamische Religionspädagogik innehat. Mit der Überführung gehe ein „deutlich größeres Maß an Selbstständigkeit einher“, so die Mitteilung. Als „Meilenstein für die islamische Theologie, auf den wir stolz sind“, bezeichnete Uni-Rektor Johannes Wessels die Gründung, die gleichzeitig auch die erste eigenständige islamisch-theologische Fakultät in Deutschland überhaupt wird.
Derzeit studieren rund 450 Studenten am ZIT. Wie die Universität auf Anfrage der „Tagespost“ aufschlüsselte, sind darunter 168 Theologie-Studenten in Bachelor-, Master- und Promotionsstudiengängen und 288 Lehramtsstudenten. Zum Vergleich: An der katholisch-theologischen Fakultät studieren 689 Studenten theologische Studiengänge und 795 Studenten Lehramtsstudiengänge. Die katholisch-theologische Fakultät in Münster ist nach eigenen Angaben immer noch die größte katholisch-theologische Fakultät an einer staatlichen Hochschule weltweit. In ganz Deutschland fällt allerdings seit Jahren die Zahl der eingeschriebenen Studenten für theologische Fächer. So hatte Münster nach einem Bericht der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) vor sechs Jahren noch über 1000 angehende „Volltheologen“, also Studenten im Magisterstudiengang Theologie. Nach aktuellen Zahlen sind es nur noch 411 Magister-Studenten, dazu 32 Master-Studenten und 37 Lizentiats-Studenten. (DT/jra)
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