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Duell der Denker

Wenn zwei streitbare katholische Intellektuelle aufeinandertreffen: Ostritsch und Striet diskutieren über Kant, Kirche und Freiheit
Sebastian Ostritsch und Magnus Striet
Foto: DT/Archiv | Auf dem Katholikentag ringen Ostritsch und Striet um Vernunft, kirchliche Autorität und die Zukunft katholischer Theologie.

Es dürfte eines der spannendsten und kontroversesten Streitgespräche des Katholikentages werden: Am 13. Mai treffen im Würzburger Lügensteinmuseum zwei profilierte katholische Denker aufeinander, die sich seit Jahren öffentlich aneinander reiben – der „Tagespost“-Redakteur Sebastian Ostritsch und der Freiburger Fundamentaltheologe Magnus Striet. Thema des Podiums: „Katholisch mit Kant“.

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Wer die jüngeren innerkatholischen Debatten verfolgt hat, weiß: Hier begegnen sich nicht einfach zwei akademische Gesprächspartner, sondern zwei sehr unterschiedliche Verständnisse von katholischer Theologie, Vernunft und kirchlicher Autorität. Entsprechend groß dürfte der Spannungsbogen des Nachmittags sein.

Ausgangspunkt der Auseinandersetzung sind die Kant-Bezüge in Striets theologischen Arbeiten. Ostritsch hatte diese 2024 kritisiert und Striet vorgeworfen, das Werk Immanuel Kants als „Rammbock gegen das Lehramt“ zu verwenden. Zudem sprach er von einer „unphilosophischen Überhöhung Kants“ und stellte die Frage, ob Striets Umgang mit Kant überhaupt noch mit katholischer Theologie vereinbar sei.

Als Sebastian Ostritsch Ende 2025 von einem Vortrag an der Hochschule für Philosophie München ausgeladen wurde, griff Magnus Striet den Fall damals in einem Beitrag auf katholisch.de auf. Zwar stellte er die Ausladung selbst infrage, zugleich kritisierte er aber Kreise, die sich plötzlich als Verteidiger wissenschaftlicher Freiheit präsentierten, obwohl sie nach seiner Auffassung selbst nicht gerade für eine offene Wissenschaftskultur stünden.

Nun begegnen sich beide erstmals öffentlich zu einem direkten Schlagabtausch in Würzburg. Dabei dürfte es nicht nur um Kant gehen, sondern um grundlegende Fragen: Wie frei darf katholische Theologie sein? Welche Rolle spielt das Lehramt? Wo endet legitime Kritik und wo beginnt die Auflösung katholischer Identität? Und ist Kant für katholisches Denken Brücke oder Sprengsatz?

Weil beide Gesprächspartner intellektuell scharfsinnig argumentieren und ihre Positionen mit Nachdruck vertreten, verspricht das Podium eine ebenso anspruchsvolle wie lebendige Debatte – mit erheblichem Diskussions- und durchaus auch Unterhaltungswert.

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Moderiert wird die Veranstaltung von Benjamin Leven, dem Redaktionsleiter von Communio-Online.


Die Diskussion findet im Rahmen des Katholikentages 2026 im Presse- und Lounge-Salon der „Tagespost“ statt.

„Katholisch mit Kant“
Podiumsdiskussion mit Sebastian Ostritsch und Magnus Striet
Mittwoch, 13. Mai 2026, 16 Uhr
Lügensteinmuseum, Korngasse 12, Würzburg
Eintritt frei, Anmeldung nicht erforderlich

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