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Papst in Spanien: „Ihr könnt die Geschichte verändern“

Mehr als eine Million Gläubige feiern Leo XIV. in Madrid. Beim Treffen mit Jugendlichen nennt der Papst seine Vorbilder – und betont: „Habt keine Angst vor der Ehe und davor, eine Familie zu gründen.“
Papst Leo in Madrid
Foto: IMAGO/Diego Radamés (www.imago-images.de) | Die Feierlichkeiten samt Prozessionen zu Fronleichnam seien keine Äußerlichkeit, kein folkloristisches Überbleibsel oder schlichte Dekoration, so Papst Leo in Madrid.

Papst Leo XIV. hat am Sonntag vor mehr als einer Million Gläubigen in der Madrider Innenstadt die Bedeutung des Fronleichnamsfestes hervorgehoben. Die Feierlichkeiten samt Prozessionen seien keine Äußerlichkeit, kein folkloristisches Überbleibsel oder schlichte Dekoration. „Hier geht es um den Glauben an die Gegenwart des auferstandenen Herrn, der lebt und mitten unter uns ist, der sich zum Brot für unseren Hunger nach Leben verwandelt und in jeden Winkel unseres Herzens kommt, auch in die düstersten.“

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Am Abend zuvor hatte Papst Leo mit 600.000 Jugendlichen eine Vigil auf der Plaza de Lima gefeiert. Dabei ermutigte der Papst die Teilnehmer, sich für einen geistlichen Beruf zu entscheiden, und beantwortete Fragen zu seinem persönlichen Glaubensweg.

Ordensvater Augustinus und heiliger Johannes Chrysostomos als Vorbilder

Auf seine heiligen Vorbilder angesprochen, nannte Leo XIV. neben seinem Ordensvater Augustinus den heiligen Johannes Chrysostomos, einen Bischof und Kirchenvater, der wegen seines Predigttalents „Goldmund“ genannt wird. Seine Schriften hätten ihn sehr beeindruckt, erklärte der Papst und forderte die Jugendlichen auf: „Habt niemals Angst davor, über eine Berufung zum Priesteramt, zum Ordensleben oder zu anderen Diensten in der Kirche nachzudenken! Denn Johannes Chrysostomos, der diese Liebe zum Wort Gottes in seinem Herzen trug, gab – nachdem er Priester und Bischof geworden war – ein großartiges Zeugnis, vor allem durch die Beständigkeit seines Lebens. Wenn er predigte, dann deshalb, weil er diese Botschaft lebte.“

Darüber hinaus nannte Leo XIV. den heiligen Augustiner Thomas von Villanova, einen spanischen Bischof des Goldenen Zeitalters, der sich für Reformen im Klerus einsetzte. Die glühende Nächstenliebe des als „Bischof der Armen“ bekannten Hirten habe ihn in Zeiten der Prüfung ermutigt, so der Papst, der auch Toribio de Mogrovejo, der im 16. Jahrhundert in Peru missionierte, zu seinen Lieblingsheiligen zählt. Toribio habe sich angesichts der Missstände und der Verdorbenheit seiner Zeit für Gerechtigkeit eingesetzt und sei deshalb ein Vorbild des Einsatzes für die Ärmsten.

Der Papst hob das Glaubenszeugnis vieler Christen hervor, denen er während seiner Missionsjahre in Peru begegnet sei. „Gerade die Begegnung mit den Nöten und Freuden des Volkes hat mich auf dem Weg der Nachfolge Jesu wachsen lassen. Während ich das Evangelium verkündete, wurde auch ich selbst durch das Evangelium verwandelt, verwandelt durch das Leben und den Glauben dieser Völker, die oft materiell sehr arm, aber reich an Glauben waren; und durch diese Erfahrung, diesen Glauben an das Wort des Herrn, habe ich gesehen, wie das Wort Gottes Konflikt in Frieden verwandeln kann, wie es eine Quelle der Versöhnung, des Friedens und der Gerechtigkeit sein kann.“

Wie man heute die Stimme Gottes erkennen kann

Auf die Frage, wie man heute die Stimme Gottes erkennen könne, empfahl Papst Leo vor allem die Stille. Wer sich vom Lärm tausender Stimmen befreie, erkenne, dass manche Wünsche in die Irre führten, andere den Menschen vereinnahmen, ohne ihn zu nähren. „In der Stille begreifen wir, dass Ideologien vergehen, während die Wahrheit bleibt“, so der Papst. Es sei wichtig, nach der Wahrheit zu suchen, denn viele Stimmen in den sozialen Netzwerken täuschten. „Gott ist die Wahrheit; und wenn etwas von Gott wegführt, ist es keine Wahrheit.“

Um die Stimme Gottes zu erkennen, sei es wichtig, die Heilige Schrift zu lesen; auch die eucharistische Anbetung sei „genau der richtige Ort“, um zu schweigen und vor dem Herrn „wir selbst zu sein“. Auch die Ehe sei eine Berufung. „Habt keine Angst vor der Ehe und davor, eine Familie zu gründen“, rief der Papst den Jugendlichen zu. Er zitierte den frühchristlichen Brief an Diognet: „Was im Leibe die Seele ist, das sind in der Welt die Christen.“ Jünger Jesu seien immer Zeitgenossen, aber niemals Gefangene der Zeit, die vergeht. Sie seien frei in Christus. „Ihr könnt die Geschichte verändern. Tut es mit Liebe“, so Papst Leo.

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Regina Einig Leo XIV. Papstreisen

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