Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kommentar um „5 vor 12“

Die Herde hat ein Recht auf Wahrheit

Am Gute-Hirte-Sonntag betet die Kirche um geistliche Berufungen. Zeit, an das Heil der Seelen zu denken.
Taufboom
Foto: IMAGO / Cavan Images | In Zeiten, in denen ein Teil des Episkopats einen Widerspruch zwischen kirchlicher Tradition und dem Heil der Seelen konstruiert, verdient das Recht der Gläubigen auf die unverkürzte Lehre ein Forum.

Der österliche Taufboom in Europa ist der Humus der Hoffnung für den Gute-Hirte-Sonntag, während leere Seminare und Noviziate förmlich nach dem Gebet um geistliche Berufe schreien. In Zeiten, in denen ein Teil des Episkopats einen Widerspruch zwischen kirchlicher Tradition und dem Heil der Seelen konstruiert, verdient das Recht der Gläubigen auf die unverkürzte Lehre ein Forum.

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Exemplarisch hat der Publizist George Weigel dies in seinem von „First Things“ publizierten offenen Brief an Kardinal Jean-Claude Hollerich SJ getan. Der Luxemburger Erzbischof hatte bezüglich der Frage der Frauenweihe die These vertreten, die Hälfte des Volkes Gottes leide, weil sie keinen Zugang zum geweihten Dienst habe. Gleichwohl ist Hollerich aber bewusst, dass die europäische Debatte um das Weiheamt für Frauen aus anderen Kulturen ein „künstliches Problem“ sei.

Weigel ermutigt zur Gewissenserforschung

Weigel ermutigt den erzbischöflichen Plauderer, sein Gewissen zu erforschen: Die Annahme, dass die Kirche sich 2000 Jahre lang im Verständnis des Weiheamts geirrt habe, sei mit der biblisch begründeten Zusage Jesu, den Jüngern seinen Heiligen Geist zu senden, damit er sie in der Wahrheit leite, unvereinbar.

Die Wahrheitsfrage lebendig zu halten, ist neben dem Gebet für geistliche Berufe für das gesamte Gottesvolk eine zentrale Aufgabe in Zeiten, in denen kirchliche Amtsträger ihre Autorität ins Spiel bringen, um Verwirrung unter Klerus und Gläubigen zu stiften.

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