Heute hätte Carlo Acutis seinen 35. Geburtstag gefeiert, wäre er nicht vor fast 20 Jahren an Leukämie verstorben. Vielleicht wäre er heute ein Familienvater, vielleicht ein Priester, vermutlich in Italien; man weiß es nicht. Doch egal, was er gemacht hätte: Fest steht, würde er noch leben, wäre er sicherlich nicht derart bekannt. Und um weiter zu spekulieren: Er hätte – wäre er auf Erden geblieben – bestimmt nicht so vielen Menschen helfen können, wie er es vom Himmel aus tut.
Es gibt unzählige Zeugnisse von Gläubigen, die sich dank Carlo bekehrt haben, von Menschen, deren Gebete auf seine Fürsprache hin erhört wurden. Carlos Reliquien reisen um die Welt und ziehen magnetartig die Massen an. Jugend- und Gebetsgruppen benennen sich nach ihm und pilgern zu seinem Grab nach Assisi. Viele gläubige Jugendliche und junge Erwachsene zählen ihn zu ihren Lieblingsheiligen. Carlos Geschichte bezeugt: Gott macht aus leidvollen Erfahrungen etwas Größeres. Anders gesagt: Gott schuf durch ihn ein Meisterwerk, wie Carlos Mutter es einmal formulierte. Die Früchte, die ihr Sohn trägt, trösten sie.
„Glücklich zu sterben”
Was war Carlos Geheimnis? Ein gewöhnliches Leben, das außergewöhnlich wurde, weil Jesus Christus darin an erster Stelle steht. Klar, auch menschlich gesehen stach er heraus: Mit drei Monaten soll er seine ersten Worte gesagt haben, mit fünf Monaten hat er angeblich bereits gesprochen. Mit zehn Jahren (das war 2001) programmierte er Internetseiten. Doch noch viel wichtiger war, dass er für Gott und seine Mitmenschen lebte. Wie er selber sagte, war er „glücklich zu sterben, weil er keine Sekunde seines Lebens damit verschwendet hat, Dinge zu tun, die Gott nicht gefallen“.
Carlo ist ein konkretes Beispiel dafür, dass das Leben aus Gott heraus fruchtbar ist und dass der Tod nicht das letzte Wort hat, weil das Leben im Himmel weitergeht. Sein Tod war schmerzhaft und das sollte niemand leugnen. Aber er war nicht umsonst: Denn Carlo ist nun ein Heiliger, den man um Fürsprache bitten darf. Er ist ein Mensch, der andere Menschen zu Gott führt und damit zu dem ewigen Fest im Himmel. Damit ist er den Gläubigen auf eine Art noch näher, als wenn er unter ihnen leben und heute eine Geburtstagsfeier schmeißen würde.
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