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Kardinal Fernández bekräftigt Roms Nein zu deutschen Segensfeiern

Gegenüber „Vatican News“ erklärt der Glaubenspräfekt, dass der Brief vom November 2024 an Bischof Ackermann auch für das Ritual „Segen gibt der Liebe Kraft“ gilt.
Der Präfekt des Glaubensdikasteriums, Kardinal Victor Manuel Fernández
Foto: IMAGO / Catholicpressphoto | Kardinal Fernández stellte am Mittwoch klar, dass das Nein des Vatikans auch für den Text mit dem Titel „Segen gibt der Liebe Kraft“ gilt, den im April 2025 Vertreter der DBK und des ZdK endgültig verabschiedet hatten.

Der Präfekt des Glaubensdikasteriums, Kardinal Victor Fernández, legt noch einmal nach. Nachdem sein Haus am Montag den Brief von Fernández an Bischof Stephan Ackermann vom 18. November 2024 zum Entwurf des Leitfadens der deutschen Bischöfe für Segnungen außerehelicher Lebensgemeinschaften veröffentlicht hat, stellte der Kardinal jetzt klar, dass das Nein des Vatikans auch für den Text mit dem Titel „Segen gibt der Liebe Kraft“ gilt, den im April 2025 Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) endgültig verabschiedet hatten. Zuletzt hatte der Münchener Kardinal Reinhard Marx dieses Segensritual in seiner Erzdiözese allen Seelsorgern ans Herz gelegt.

„Die einzige und letzte Antwort“

Wie Kardinal Fernández am Mittwoch gegenüber „Vatican News“ bestätigte, habe er das gegenüber Bischof Ackermann, dem Vorsitzenden der Liturgiekommission der Deutschen Bischofskonferenz, während des letzten Treffens mit den deutschen Bischöfen am 12. November 2025 im Vatikan deutlich gemacht. Wie Fernández hinzufügte, werde jener Brief aus dem Jahr 2024, der am Montag in Absprache mit Papst Leo auf der Website des Dikasteriums veröffentlicht worden sei, „die einzige und letzte Antwort“ auch auf den im April 2025 verabschiedeten Text „Segen gibt der Liebe Kraft“ sein.

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„Was in diesem Brief gesagt wurde“, erklärt der Kardinal gegenüber „Vatican News“, „gilt auch für den Text des aktuellen Vademecums, das nicht die Zustimmung des Dikasteriums für die Glaubenslehre hat“. Auch wenn der endgültige Text für die Segnungsfeier gegenüber dem Entwurf geändert worden sei, berücksichtige er nicht, was in dem Brief vom November 2024 an Bischof Ackermann klar formuliert worden sei, nämlich dass eine Art Liturgie oder Paraliturgie für diese Segnungen von der Erklärung „Fiducia supplicans“ vom Dezember 2023 ausdrücklich ausgeschlossen worden sei. So heiße es in der Erklärung wörtlich: „Deshalb soll man die Segnung von Paaren, die sich in einer irregulären Situation befinden, weder fördern noch ein Ritual dafür vorsehen.“ Das würde nur zur Verwirrung in Bezug auf die Ehe führen.

Klartext auch vom Papst

Zu den von Kardinal Marx trotz der klaren römischen Weisung gewollten Segnungen für irreguläre Paare hatte Papst Leo auf dem Rückflug von Afrika nach Rom am 23. April vor den Journalisten gesagt: „Der Heilige Stuhl hat bereits mit den deutschen Bischöfen gesprochen. Der Heilige Stuhl hat deutlich gemacht, dass wir mit der formalisierten Segnung von Paaren nicht einverstanden sind“. 

Wenn der Papst am Ende einer großen Feier wie der heutigen einen Segen erteile, dann gelte dieser Segen allen Menschen, meinte Papst Leo weiter und fügte an: Aber „darüber hinauszugehen, würde meiner Meinung nach mehr Uneinigkeit als Einheit stiften, und wir sollten nach Wegen suchen, unsere Einheit auf Jesus Christus und das, was Jesus Christus lehrt, zu gründen“.

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Guido Horst Kardinäle Reinhard Marx

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